Montag, 15. Februar 2016

[Leben] Krank? Stell dich nicht so an, du bist Mama!

Krank mit Kind zu sein ist eine Tragikkomödie. 
Der Arzt sagt zu euch: ruht euch aus, ab ins Bett, Tee trinken, nicht zu viel sprechen. 
Und ihr denkt euch? Und wo ist die versteckte Kamera?

Die Realität ist da nicht so gnädig. Du bist krank? Na und! Du hast zwei Kinder. Da gibt es das nicht.  Rotznase, Husten, heiß/kalt, Kopfweh. Du musst funktionieren. Nachts aufstehen, obwohl du nicht weißt, wo vorne und hinten ist. Morgens aufstehen, um die Kids fertig zu machen, damit wenigstens ein Bisschen Ruhe ist, wenn die Mäuse fremdbetreut sind. Ruhe? Ach nein, halt. Der Kühlschrank ist leer, die Wäsche stapelt sich, die Katzenhaare fliegen durch die Wohnung. Wie sollte ich mich da entspannt aufs Sofa legen können? 
Nun gut, eine Stunde gebe ich mir, damit ich noch weitere zwei Stunden nur für mich habe, bis die Kleine wieder zu Hause ist. Also weiter gehts. Zwischendurch denke ich nur: Warum um Himmels Willen, hat mein Mann genau jetzt Nachtdienst? Bevor ich mich in Selbstmitleid suhle, wofür ich in diesem Haushalt zuständig bin und nicht mein Mann, mache ich einfach weiter. Ich kann mich ja einfach hinlegen, wenn die Kurze Mittagsschlaf macht. 


Voller Erwartungen lag ich da, neben meinem Zwerg. Wir kuschelten, ich schlief fast ein, da höre ich nur, wie sie konsequent redet. Sie erzählt mir wie es bei der Tagesmutter war, was sie gegessen hat und was sie gespielt hat. Meine Versuche sie zum Schlafen zu bewegen scheitern. Schade Marmelade. Kein Mittagsschlaf. Auf eins kann man sich verlassen: Sie macht ihn nur noch dann, wenn ich es praktischer fänd, sie tät es nicht. Ist klar, oder? Murphy schlägt zu. 
Da saßen wir also. Sie fit und quietschfröhlich. Ich schachmatt und müde. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich ja wenigstens dankbar dafür sein konnte, noch eine 3/4h einfach so im Bett gelegen zu haben. Ruhen um diese Uhrzeit soll ja schließlich auch schon enorm viel bringen, hab ich gehört. 

Irgendwann holten wir die Große vom Kindergarten ab, die Laune war nicht so toll, ihre Freundin war nicht da und sie hatte ihr doch extra ein gemaltes Bild mitgebracht, weil doch gestern "Valendienstag" war. Ich konnte ihre Enttäuschung verstehen. Da tat ich mir wenigstens nicht mehr alleine Leid, sondern sie mir noch dazu. 

Die Kurze erzählte ihrer Schwester erst einmal im Auto auf dem Rückweg ihren ganzen Tag und sie tauschten sich aus. Ich überlegte mir währenddessen bereits, was ich denn am Nachmittag mit ihnen anstellen soll, ohne selbst zu aktiv dabei sein zu müssen. Gliederschmerzen, ihr versteht? Aber nichts machen ist keine Option. Dann machen sie nur Blödsinn und ich muss schimpfen. Natürlich hat genau an solchen Tagen spontan auch nicht der Babysitter Zeit, damit er nachmittags einfach mal für zwei Stunden kommen kann, und die Mädchen bespaßt. Diese Idee hatte ich nämlich morgens. 

Sie bauten sich eine Höhle, in der sie picknicken durften, schauten ein wenig Conni (so musste ich wenigstens nicht Conni vorlesen) und waren vorbildlich lieb im Umgang miteinander. Als ein kurzer Ansatz des Ärgerns von klein Richtung groß ging, preschte die Große direkt hervor und sagte: nein nein, du musst lieb sein, Mama hat keine Stimme mehr und kann mir sonst nicht helfen. Ganz schön clever. Und lieb natürlich. 

Nun sind sie im Bett und schlafen und ich liege auf dem Sofa und lasse das Spielzeug Spielzeug sein. Das Aufräumen läuft mir ja zum Glück nicht weg. 

Alles Liebe,
Tanja

Kommentare:

  1. Ah, krank sein mit Kind ist sooo anstregend. Ich war letzte Woche das erste Mal krank seit dem ich Mama bin und muss jetzt bei der Medikamenten Werbung im Fernsehen immer lachen.
    Ich wünsche dir gute Besserung. Lass den Haushalt Haushalt sein, er rennt nicht weg. :-)

    Liebste Grüße,
    Jasmin

    AntwortenLöschen
  2. Du kennst die Werbung sicher auch. "Tut mir leid, ich muss mich heute krankmelden." - :-D Ein Irrwitz, ich kann dich gut verstehen! Gute Besserung, Anne

    AntwortenLöschen