Montag, 22. Februar 2016

[Leben] Was gibt es da zu beachten? Katz und Kind.

Ich selbst bin ohne Haustier aufgewachsen, bis ich 7 Jahre alt war. Seitdem bin ich aber Fachfrau für meinen Wellensittich gewesen, der 5 Jahre lang bei uns lebte, bis er friedlich einschlief. Unseren Töchtern geht es da anders. 

Zum Zeitpunkt der Geburt der Großen, lebten unseren zwei Stubentiger bereits zwei Jahre bei uns.
Der Kater und die Katz. Ich machte mir in der Schwangerschaft so meine Gedanken. 
  • Was ist, wenn unsere Tochter allergisch reagieren würde? 
  • Was ist, wenn die Katzen sich ganz verändern, weil nun auch ein Baby da ist?
  • Ab wann dürfen die Katzen nicht mehr ins Schlafzimmer?
Eines kann ich euch sagen, Antworten fand ich nicht und habe beschlossen, dass wir das klären, wenn wirklich einer dieser Punkte eintreffen sollte. Nur das letzte Thema konnten wir schnell abhaken. Wir begannen relativ bald damit, in der Hoffnung, die Katzen stellen keine Verknüpfung her, durch den langen Zeitraum bis zur Geburt. Katze und Kind im Schlafzimmer war für uns keine Option. 

Als unsere Tochter aus dem Krankenhaus nach der Geburt mit nach Hause kam, stellten wir den Maxi Cosi auf den Boden und warteten was passiert. Beide Katzen kamen wie erwartet angelaufen und schnupperten. Unsere Katzendame stupste die kleinen Babyfüße mit der Nase an. Das sollte wohl soviel heißen, wie: hey, herzlich Willkommen!

Von da an merkte man unserem Kater an, dass er beleidigt war. Ständig war die Kleine bei mir und bekam alles an Aufmerksamkeit. Sein Kuschelplatz war belegt. Bis ich ihm verdeutlichen konnte, dass er trotzdem kuscheln darf, auch wenn die damals kleine Große auf mir lag. So klappte das auch gut. Unsere Katzendame hingegen hat sich sowieso immer nur sporadisch Kuscheleinheiten abgeholt und das auch eher von meinem Mann. Ihr schien es relativ egal zu sein, dass da nun noch jemand ist.

Tagsüber habe ich es nicht immer unterbunden, da ich glücklich war, wenn der Kater von sich aus Nähe suchte und dabei zufrieden war. Ich war aber dann immer dabei. 
Da die Katzendame tagsüber meistens versteckt schläft, gibt es kaum Bilder von ihr. Unser Kater ist da deutlich präsenter.
Wir haben uns damals für einen Laufstall entschieden, damit unsere Tochter, wenn sie denn mal unter einem Spielebogen lag und ich evtl. nebenher etwas gemacht habe, vor den Katzen geschützt war. Denn unser Kater fand den Spielebogen mit den wackelnden Tieren ziemlich spannend und patschte mit seiner Pfote gern danach. Aus Angst, er könnte die Kinderhand als Konkurrenz betrachten und um Katzenhaare auf der Spieldecke einzudämmen, schien die Laufstallvariante eine gute Lösung. Uns war bewusst, dass Katzen springen können. Aber so hat es gut funktioniert.  Sie haben akzeptiert, dass das nicht ihr Tanzbereich war. 

Ich weiß noch heute ganz genau, wie unser Kater unbezahlbar witzig geguckt hat, als da plötzlich unsere Tochter durchs Wohnzimmer robbte. Er ließ sie in Ruhe und beobachtete ganz genau, was da passierte. Von Anfang an, wenn sie Katzenziele ansteuerte, wie Kratzbaum, Futter oder Katzenkuschelsofa, nahmen wir sie dort weg. Ebenso war der Kuscheldelfin des Katers absolut tabu. Beim Schlafen und Fressen durften die Fellis ebenso nicht gestört werden. Natürlich war das etwas müßig. Aber es hat nicht lange gedauert, bis sie das wusste. Andersrum ist für die Katzen das Kinderspielzeug tabu gewesen. Von Anfang an. Und auch wenn Katzen sehr eigenwillig sind, haben wir das gut hinbekommen. 

Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem das Kind die Katze nicht nur bewusst wahrnimmt, sondern auch streicheln möchte. Uns war bewusst, dass das sowieso nur unter Aufsicht geschieht und zweitens wohl bei unserer Katzendame. Der Kater ist sehr eigen und toleriert streicheln nur am Kopf. Und eigentlich ist er sogar einfach nur am Liebsten irgendwo mit dabei, aber bitte ohne angefasst zu werden.

Noch ein Schritt weiter, da ist dann dieser verlockende Schwanz der Katze. Einmal war ich nicht schnell genug und sie zog beim Kater. Aber ich war verblüfft über seine milde, aber bestimmende Reaktion. Er patschte nach ihr. Aber ohne Krallen. Erschrocken hat sie sich natürlich und kam seitdem nie wieder auf die Idee. Auch wenn ich mir damals Vorwürfe machte, dass ich nicht genug aufgepasst habe, war es im Endeffekt zum Lernen nicht mal das Verkehrteste. 

Irgendwann war sie dann verständig genug, dass wir gemeinsam die Spieleinheiten für die Katzen gestaltet haben. Genau wie Sie Futter hinstellen durfte. 

Fazit meiner vielen Worte:
Wir haben keine typischen Familienkatzen, wie sich rausstellen sollte. Sie kommen auf uns zu, wenn die Kids schlafen, oder aber betreut sind. 

Es war uns wichtig den Katzen ihren Raum zu lassen. Zu schauen, dass sie nicht bedrängt werden und ihre Signale weiterhin wahrzunehmen. Ebenso wichtig war es uns auch, dass unsere Tochter von Anfang an lernte, dass die Zwei kein Spielzeug sind, sondern Lebewesen und mit zu unserer Familie gehören. Und auch wenn sie Teile der Familie sind, gibt es kein Essen vom Tisch. Die Freude daran, die Wurst teilen zu wollen, haben wir unterbunden und erklärt.

Zum Glück hatte damals die Große, als auch die Kleine (bei der wir alles genauso machten) heute, nie Angst vor ihnen. Dennoch lassen wir sie nicht alleine in einem Raum mit unserem Kater. Er ist dafür zu eigenwillig und die Kinder sind eben einfach Kinder. 

Ich hoffe mein Einblick war interessant und hilfreich für euch.

Habt ihr Haustiere? 
Wie handhabt ihr das mit euren Kindern?

Alles Liebe,
Tanja

Kommentare:

  1. Ein sehr interessanter Einblick in euren Kínder-/Katzenalltag :-).
    Ich bin im 8.Monat schwanger und wir machen uns auch schon seit einiger Zeit Geddanken wie unsere Katze auf den neuen Mitbewohner reagieren wird. Wir wollen es ebenso halten, dass wir den Maxi Cosi in ihrer Nähe abstellen und sie mal schnuppern darf. Unsere Katze ist eine absolute Kuschlerin und ich hoffe dass sie nicht eifersüchtig wird wenn es jetzt bald nicht nur noch um sie und ihr Kuschelbedürfnis geht. Aber das werden wir dann sehen und entsprechend reagieren. Noch mal ein Lob zu deinem Blog. Ich mag die Themenvielfalt und lese ihn sehr gern :-).

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  2. Wir haben zwei Katzen und kein Problem mit den beiden gehabt. Ich finde es schade, wenn manche ihre Tiere weggeben, nur weil ein Kind zur Welt kommt

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