Samstag, 13. Februar 2016

[Leben] Was ist eigentlich Valentinstag, Mama?

Da klopft er leise an. Der Valentinstag. Das ist der Tag, wo die meisten Menschen meckern, dass es der Tag des Geld machens sei. Aber wisst ihr was? Ist es nicht egal, was sich da die Industrie zu Nutze macht? Meine große Tochter bekam auch Wind von diesem Tag, dem "Valendienstag", wie sie ihn nennt und kann gar nicht verstehen, dass er am Sonntag ist. Sie wollte wissen, was das denn eigentlich ist.

Ich erklärte ihr also, dass es ursprünglich ein Gedenktag (ihr hier etwas von Märtyrern zu erklären, schien mir aber zu viel des Guten) der Kirche gewesen ist, der vor gar nicht allzu langer Zeit aus dem Kalender gestrichen wurde. Er gilt aber ebenso als der Tag der Liebenden.


"Sind wir Liebende?" Ja, das kann man so sagen. Ich liebe dich. "Ich dich auch".

Natürlich liebe meine ich Liebsten nicht nur an diesem einen Tag. Genauso, wie ich nicht nur an Weihnachten, Geburtstag und Ostern an sie denke. Daher gehöre ich nicht zu den Menschen, die sagen: Da mache ich nicht mit. Ich mache nur eins nicht: Überteuerte Blumen an diesem Tag kaufen.
Aber man muss nichts kaufen. Man kann es sich doch auch einfach so schön machen. 

Meine Tochter möchte gerne etwas basteln und malen. Für Papa und mich. Und für ihre Schwester möchte sie ein Armband fädeln. Nicht, dass sie all das gefühlt sowieso nahezu immer tut, aber nun hat sie etwas worauf sie hinarbeitet und sich diebisch darüber freut. Ich wurde schon in ihre Pläne eingeweiht, wo sie die Geschenke hinlegen möchte. Wenn es nach ihr ginge, sollten wir alle unsere Schuhe putzen und vor die Türe stellen (wer denkt denn da etwa an den Nikolaus?). 

Ist es nicht so, dass wir uns genau davon etwas abschauen können. Ich werde meinem Mann nichts kaufen, um es ihm explizit an Valentinstag zu überreichen. Unsere gemeinsame Zeit ist beruflich bedingt so rar, dass es das Größte ist, dass ich weiß: Wir können an diesem Tag einfach als Familie gemeinsam frühstücken, was für uns an einem Wochenende keine Selbstverständlichkeit ist. 

Schlau wie sie ist, fragte mich die Große aber auch: "Bekomme ich denn auch etwas? Euch male ich ja schließlich was." Auf meine Gegenfrage, an was sie denn gedacht hat, antwortete sie: "Vielleicht kannst du mir ja auch etwas malen. Oder du kannst mir vielleicht neue Bilder ausdrucken, damit ich immer wieder Fotos von uns allen angucken kann." 

Und wisst ihr was? Genau das werde ich tun und mich einfach so über ihre strahlenden Augen freuen.  Ob nun Valentinstag ist oder einfach nur Sonntag: Mit den Augen eines Kindes, gehört jeder Tag den Liebenden. Und im Zeitraffer des Alltags, finde ich es gar nicht schlimm, einem Tag extra die Aufgabe aufzubürden, bewusst an unsere Liebsten zu denken. 

Alles Liebe,
eure Tanja

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