Freitag, 4. März 2016

[Leben] Eifersucht unter kleinen Geschwistern - 6 Tipps

Mama, Papa, Kind. Oder auch Mama, Mama, Kind. Oder Papa, Papa, Kind. Egal in welcher Konstellation: Man ist im besten Falle ein eingespieltes Team, weiß wie das Kind reagiert - meistens zumindest. Dann kündigt sich das zweite Kind an und die Familie wird wachsen. Jeder wird sich neu ordnen müssen, eine neue Rolle einnehmen. Das Erstgeborene wird entthront. Das klingt nicht nur sehr barsch, genau das ist es auch. Bei uns waren es zwei Jahre, die die Erstgeborene alle Aufmerksamkeit bekommen hat, die wir geben konnten. Und dann bekam sie ein Baby vor die Nase gesetzt. Warum ich das so unverblümt formuliere? Weil ich glaube, dass man es nicht beschönigen kann. Schließlich entscheidet man sich als Eltern dazu, ein weiteres Kind zu bekommen und nicht das Kind. Wir wählten einen geringen Altersabstand aus. Wie es gewesen wäre, wenn sie älter große Schwester geworden wäre, das kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall hätte sie Einiges anders wahrgenommen und die Schwangerschaft ganz anders miterlebt. Aber darum soll es nicht gehen. 
Heute möchte ich euch ein paar erprobte und für gut befundene Tipps mit auf den Weg geben.
Viele werden für euch nicht unbekannt sein, aber eventuell dienen sie noch einmal als kleine Erinnerungshilfe. 
  1. Bücher. Es musste leicht verständlich sein. Als unsere Tochter das bewusst mitbekommen hat, dass mein Bauch wächst und ich eingeschränkter bin auf Grund von Komplikationen, war sie 1,5 Jahre alt. Aber die Bücher waren nicht nur während der Schwangerschaft von großer Bedeutung. Auch danach. Sie holte sie immer wieder von alleine, um so dieses Thema für sich zu verarbeiten. Und manchmal schauen wir sie heute noch an und sie erklärt ihrer kleinen Schwester, dass sie die Bücher bekommen hat, weil es sie nun gibt und sie deswegen etwas ganz Besonderes sind. Das Wieso Weshalb Warum Baby Buch war hier der absolute Favorit.
  2. Beim Stillen war es zu Beginn sehr schwierig. So lieb die Große zum Baby war, aber beim Stillen war es zu viel für sie. Dies äußerte sich, indem sie alles tat um Aufmerksamkeit zu bekommen, besonders eben ärgern. Also versuchte ich ihr beim Stillen ebenso Nähe anzubieten. Und dazu gab es ein Spielzeug oder ein Buch, was etwas Besonderes war. Das gab es nur dann und es hat wirklich geholfen. Irgendwann konnte sie die Situation dann besser annehmen und es relativierte sich.  
  3. Nicht immer zuerst die Babybedürfnisse stillen. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, sein wird oder war, aber man ertappt sich schnell dabei, wie man zuerst das Baby im Kopf hat und dann das größere Kind. Das das nicht gut ist, dass wissen wir hoffentlich alle. Also immer abwägen, ob nicht auch mal das Baby kurz warten kann. 
  4. Das größere Kind mit einbeziehen. Wir haben das Babyspielzeug zusammen sortiert und ein Kistchen für die Kleine zusammengestellt. Außerdem hat sie mir beim Wickeln immer gern eine Windel angereicht und mich daran erinnert, das Baby auch schön sauber zu machen. Das war wichtig für sie und zeigte, sie sorgt sich auch um ihre kleine Schwester. 
  5. Man muss nicht alles teilen! Als die Kleine laufen lernte, hat die Eifersucht ihren Gipfel erreicht. Nichts war mehr sicher. Wir erklärten der Großen, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn sie nicht alles teilt. Ihre Heiligtümer müssen eine Etage höher gelagert werden. Und wenn sie es doch mal liegen lässt, dann wird nichts aus der Hand gerissen, sondern uns Bescheid gesagt und wir versuchen das gemeinsam zu lösen. Und auch das hat funktioniert. Genauso muss sie aber auch akzeptieren, wenn ihre kleine Schwester etwas nicht teilen möchte, weil es für sie eben etwas Besonderes ist. (Bei Beiden sind es übrigens die geliebten Puppen.)
  6. Exklusive Zeit. Bei uns ist das sehr schwierig, aber wir versuchen es dennoch, um Beiden gerecht zu werden. Mal allein mit einem Kind ein Eis essen, mal in ein Kindertheaterstück usw. Exklusive Zeit für die Große ist am Wochenende aber immer zusätzlich die Mittagsschlafzeit der Kurzen. 
Habt ihr noch andere Tipps? 
Dann lasst und diese gerne in den Kommentaren sammeln. 

Alles Liebe,
Tanja

Kommentare:

  1. Exklusivzeit während dem Mittagsschlaf? Am Wochenende? Doch so viel😊 Na da kann sie sich richtig glücklich schätzen!

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    1. Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, habe ich noch etwas im Text ergänzt. Andere Eltern machen dann vielleicht auch einfach den Fernseher an und haben selber eine Pause. Einen schönen Abend. :-)

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