[Leben] Von Wachstumsschmerzen, Geborgenheit und Eckpfeilern

Es gibt Phasen im Leben eines Kindes, da braucht es mehr denn je diese Eckpfeiler, an denen es abprallen kann, um wieder in die eigentliche Mitte zu gelangen. Diese Stützen, die eigentlich sagen: ich mache mir Gedanken um dich, möchte dir helfen beim groß werden und hier erfährst du Geborgenheit, auch wenn gerade alles schwierig ist. Groß werden ist verdammt noch mal nicht leicht, nicht wenn man vorhat Prinzessin zu sein und im tiefsten Herzen eine Ronja Räubertochter ist, die so hoch klettert, wie sie nur kann und so schnell läuft, wie ihre Beine sie tragen. 

post-563076_1920

Was hilft bei Wachstumsschmerzen?

Wachstumsschmerzen sind hier seit einigen Wochen regelmäßig zu Besuch. Unsere Große sagt insbesondere abends doch häufig, dass ihre Schienenbeine weh tun. Außerdem isst sie „normal“ große Portionen und keine Spatzenportiönchen über den Tag verteilt. Wie gut kann ich mich noch an diese Schienenbeinschmerzen bei mir früher erinnern. Nichts will so richtig helfen, aber eine Massage mit Arnika Öl tut nicht nur den Beinen gut, sie streichelt auch gleichzeitig die Seele. Schließlich wachsen nicht nur die Beine, sondern der gesamte kleine Körper.

Zwei Schritte vor und einer zurück – aber immer in sicheren Händen

Rückblickend, denke ich an den letzten Sommer, befanden wir uns in einer ähnlichen Situation. Bis zu ihrem Geburtstag waren es auch da noch 3 Monate. Diese 3 Monate waren sehr anstrengend für alle Beteiligten. Viel Weinen, oft urplötzlich, weil etwas nicht so lief, wie man es sich gedacht hatte. Etwas, was eigentlich schon einmal hinter uns lag. Und nun gleicht es sich wieder sehr. Ein paar Tage nach dem 4. Geburtstag, legte sich ein Schalter um. Sie konnte so viele neue Dinge, hatte viele andere Interessen und die Laune war wieder so, wie wir sie kennen: Heiter bis wolkig, aber selten knatschig und miesmuschelig.

In ihrem Kopf brodelt es vermutlich gewaltig. Nichtsdestotrotz, auch wenn wir stets Verständnis haben, gibt es in einer Familie nun einmal Regeln. Da wären wir auch wieder bei den Eckpfeilern, die sonst selten ein Problem darstellen, aber nun Tag ein und aus am Liebsten ausdiskutiert werden wollen und prinzipiell alles in Frage gestellt wird, was vorher noch toll war, wenn man nun nicht seinen Kopf durchsetzen kann. Aber wie eingangs erwähnt bieten diese Grenzen, die als vermeintlich gemein wahrgenommen werden, Schutz. Wenn sich auch alles verändert, der sichere Hafen der Familie bleibt bestehen, dort ändert sich nichts, nichts an der Liebe und auch nichts an den Regeln.

Trampolin Kinder Entwicklung Rougerepertoire
„Sei frech wild und wunderbar“

Wenn es auch hier wieder Klick macht, wird sie wieder eine neue Stufe ihres Bewusstseins entdecken und für sich nutzen können. Und so lange, werden wir sie auffangen und ihr helfen, diese Zeit gut durchstehen zu können. Ich sehe es an ihren gleichaltrigen Freunden. Getreu nach dem Motto: Mein Haus, mein Auto mein Boot!, wird sich übertrumpft. Höher, schneller weiter. Wer ist der Beste, wer kann mehr, wer hat die tollsten Spielsachen. Ich habe kürzlich gelesen, dass Kinder in diesem Entwicklungsabschnitt ihres Lebens zu Übertreibungen neigen. Nickend musste ich zustimmen und dachte: Das ist scheinbar dieses groß werden, von dem immer alle reden. Bei dem wie immer alle mitwachsen und nicht nur das Kind. Manchmal, aber auch nur manchmal stelle ich vielleicht meine Ohren auf Durchzug wenn die Sirene losgeht, denn sonst wird das nichts mit dem mitwachsen, und nehme sie einfach in den Arm. Denn dort herrscht Sicherheit.

Alles Liebe,
Tanja

Merken

Facebooktwitterpinterest

Leben – Schnuller, Kleinkind und wer entscheidet, wann die Schnullerfee kommt?

Für alles im Leben gibt es Regeln oder Vorschriften. Freut man sich beim Baby noch darüber, dass es einen Schnuller nimmt, nachdem man unzählige Firmen ausprobiert hat, wird man beim Kleinkind schon gefragt, wann denn eigentlich die Schnullerfee kommt. Wie bei allem im Leben, ist es eine reine Gewohnheitssache. Das Saugbedürfnis bei Säuglingen wird hier befriedigt und ebenso ist es eine gewohnte vertraute Sache für Kinder, die eine tröstende Wirkung mit sich bringt. Dennoch entwächst man manchen Angewohnheiten und lernt, sich neue Gewohnheiten zu suchen – auch die Kleinsten unter uns – weswegen es schön ist, sie auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Am liebsten, so selbstbestimmt, wie es nun mal geht.  

Schnuller Curaprox Rougerepertoire

Das Thema Schnuller ist für uns Neuland, obwohl es das zweite Kind ist. Die Große nahm ihn nie (wie sehr hätte ich mir gewünscht, sie hätte ihn doch mal genommen), die Kleine hingegen sofort. Bevor ich selbst Kinder hatte, dachte ich oft, wenn ich flüssig sprechene Kinder hörte, die allerdings einen Schnuller im Mund hatten, wieso das denn sein muss. Aber nie wäre ich auf die Idee gekommen, da Jemanden drauf anzusprechen.

Selbstbestimmtes Verabschieden und die Schnullerfee

Die Kleine ist nun 2,5 Jahre alt, spricht wie ein Wasserfall und hatte bis vor kurzer Zeit noch wirklich am Liebsten sehr oft am Tag ihren Schnuller im Mund. Richtig gelesen: Hatte! Sie hat einen ziemlichen Wachstumsschub durchlebt und seitdem benötigt sie ihn nur nur zum Einschlafen. Wird sie nachts mal wach, ist nicht mehr der Schnuller Schuld, weil er aus dem Mund fiel. Wenn wir die Wohnung verlassen, sucht sie nicht mehr panisch die meist genutzten Ablageorte ab, weil sie gar nicht mehr daran denkt, ihn mitnehmen zu wollen.
Wir wurden nicht müde ihr zu sagen, dass wir nicht verstehen was sie sagt, wenn sie den Schnuller im Mund hat. Wir wollten sie und uns nicht stressen, ihr Zeit geben, da wir Beide der Meinung sind, dass es am Besten wäre, sie nimmt freiwillig Abstand. Vom Zahnarzt aus hatten wir keinen Druck, da der Kiefer nicht beeinträchtigt war, weswegen wir auch aus gesundheitlichen Gründen keine Eile hatten.
Die Vorstellung, dass eine Schnullerfee zu ihr kommt, findet sie wirklich toll. Mal sehen, wann wir das machen werden, aber allzu lange wird es wohl nicht mehr dauern, schliesslich freut sie sich schon darauf. Das sollte man doch nutzen.
Erfahrungen aus dem Freundeskreis
Als mich das Schnullerthema doch mehr beschäftigte, noch bevor ich sah, dass die Kleine eigenständig immer mehr Abstand nimmt, hörte ich mich Freundeskreis um, wie das dort gelöst wurde.
Frau Raufuß erzählte, dass sie dem Kalinchen mit 1,5 Jahren erklären musste, genau an Ostern, dass der Osterhase die Schnuller mitnehmen wird. Denn da hatte sich herausgestellt, dass der Oberkiefer schon leicht beeinträchtigt war. Nach einer schlechten Nacht, fragte das Kalinchen nie wieder nach einem Schnuller und alles war überstanden.
Und meine Freundin P. war irgendwann festentschlossen. Es gab ein weinendes Drama auf einer kurzen Autofahrt, als ihre Tochter 2 3/4 Jahre alt war und kein Schnuller zur Hand. Also wurde kurzerhand entschieden, dass eine Lösung her muss. Es wurden alle Schnuller rigoros abgeschnitten, so dass es nichts mehr zum Saugen gab. Schnell wurden sie von ihrer Tochter links liegen gelassen und das Thema Schnuller war vorbei.

Wie auch bei allen anderen Themen rund ums Kind, wird jeder seinen Weg finden. Ich bin gespannt, wann die Schnullerfee hier vorbeikommen wird. Wie ich sie kenne, wird es nicht mehr lange dauern. Und die Zeit, die sie noch braucht, soll sie bekommen. Denn ein großer Schritt ist bereits geschafft.

Wie ist es denn bei euren Kindern gewesen? 
Oder steht es euch noch bevor?
 
Alles Liebe,
Tanja

Merken

Merken

Facebooktwitterpinterest

[Leben] Medienkompetenz – Medien und Kinder – App Tipps

App-Werbung enthalten

Der Umgang mit Medien

In jedem Haushalt mit Kindern wird das Thema Medien unterschiedlich angegangen. Wir haben da unseren Weg gefunden und darum soll es heute gehen. Ebenso möchte ich euch unsere liebsten Kinder App’s und Serien vorstellen.
Medienkompetenz bezieht sich meines Erachtens nach nicht nur auf die Kinder. Es bezieht sich genauso auf uns Erwachsene. Wir müssen kompetent für sie sein, damit sie es werden können. Denn in der heutigen Zeit halten wir es für nicht zeitgemäß, unsere Kinder komplett abzuschirmen. Viel mehr sehen wir uns in der Pflicht, Ihnen einen gesunden Umgang mit auf den Weg zu geben.
Vorbildfunktionen treffen auch hier zu. Hier läuft tagsüber kein Fernseher. Es gibt zwei Ausnahmen: Das Formel 1 Rennen am Wochenende, wo die Kinder den Start begeistert mitverfolgen, es danach sowieso langweilig finden und wir uns dann im Kinderzimmer aufhalten oder  eine Fußball WM/EM.
Dafür gibt es hier immer viel Musik. Radio, CD, auf Wunsch Hörspiele und Kinderlieder.

Fernsehen und Kinder?

Als unsere große Tochter zum ersten Mal fernsehen durfte, entstand diese Aktion aus einer Art Hilflosigkeit. Ich war zum zweiten Mal schwanger und wieder war es recht kompliziert, inklusive Liegen. Da R. bis auf wenige Stunden pro Woche noch nicht fremdbetreut war und es für ein aktives 2 Jahre altes Kind auch nicht besonders spannend ist, nur brav neben mir zu sitzen, durfte sie auch mal für einen begrenzten Zeitraum etwas gucken. Bei uns war es das Kikaninchen. Begrenzt hieß in dem Alter bei uns 20 Minuten. Maximal 30 Min. Experten würden da vermutlich schon mit dem Kopf schütteln. Schnell fanden wir heraus, dass es bei uns aber wohl lange kein Sandmännchen Ritual geben würde, da wir schon bemerkten, dass das Fernsehen direkt vor dem schlafen gehen, keine gute Kombination sein würde. Das ist übrigens bis heute so. Daher wird hier nur mittags etwas geguckt, das aber auch nicht jeden Tag. Was uns wichtig ist: Der Fernseher wird nicht dafür genutzt, um die Kinder davor zu parken. Entweder sitzt einer direkt dabei, oder aber man ist aber definitiv im gleichen Raum und wuselt vielleicht nebenher etwas herum. Aber immer direkt greifbar, so dass man selber alles von der Serie mitbekommt und direkte Fragen dazu beantworten könnte. Ich merke, dass wir diese zeitliche Begrenzung gar nicht unbedingt bräuchten. Einen ganzen Film könnten unsere Kids nicht an einem Stück schauen. Dafür haben sie nicht die Ruhe. Allerspätestens nach 40 Minuten stehen sie auf und hampeln dann irgendwie vorm Fernseher rum, was wir definitiv als Signal wahrnehmen und aus diesem Grund auf 30 Minuten begrenzen.
Kikaninchen, Trotro, Peppa Wutz, Conni und Affe Coco sind hier die absoluten Favoriten der Kinder. Die Große hat bei Bibi und Tina häufig Angst, weil ihr die Männer dort zu böse aussehen. Also gibt es Bibi und Tina erst einmal nur als Hörspiel.
Tablet und Kinder?
Die Kinder dürfen, wenn sie fragen ans Tablet. Seit Weihnachten haben wir das Samsung Galaxy Tab A. Dort gibt es einen Kindermodus, den ich wirklich gelungen finde.  Im Kindermodus kann das Kind          das sehen, was man selber vorher freigegeben hat.

 

Außerdem kann der Kindermodus auch nur mit einem Code wieder verlassen werden. Da meistens Beide zusammen damit spielen, habe ich nicht für jedes Kind ein Profil angelegt. Die Spielzeit ist auf 30 Minuten begrenzt (man kann es auch länger oder kürzer einstellen). Ist die Zeit abgelaufen, dann schläft der Dino und wird erst am nächsten Tag wieder wach. 
 
 
Nach Code Eingabe, könnte die Zeit auch verlängert werden. 
 
 
Im Kindermodus gibt es bereits ein paar Apps, zum Beispiel kann gemalt oder fotografiert werden. 
Wir nutzen aber hauptsächlich die folgenden Apps:
 
Freche Freunde, Caillou (vorsicht in App Käufe möglich) und die Ravensburger Memory App

Bei den Frechen Freunden* gibt es ein ABC Lernspiel (Hier werden Buchstaben nachgemalt), ein Sammelspiel (Früchte fallen vom Himmel und man muss die farbigen Früchte erwischen, dessen Farbe man zuvor festgelegt hat) und es gibt den Fruchtschieber (hier können Obst- und Gemüsesorten  erfunden werden, oder aber bereits existierende nachgebaut werden). Die App ist kostenlos. Wir haben sie recht neu, da wir hier gerade die Android Version ausprobieren, die ganz bald neben der IOS Version erscheint, aber Beide Kinder mögen sie wirklich gerne. 

Bei Caillou darf man Arzt spielen und verschiedene Stationen mit ihm erleben. Meine große Tochter mag das Spiel wirklich gerne, auch wenn nur vier Levels freigeschaltet sind. Mehr müsste man dazu kaufen. 

Die Ravensburger Memory App ist wirklich Klasse, auch wenn man hier vorab 2,99€ bezahlen muss. Hier kann man zwischen verschiedenen Schwierigkeitsstufen switchen und zwischen dem normalen und dem Kindermodus. 

All diese Apps laufen wie oben geschrieben bei uns im Kindermodus, so dass die begrenzte eingestellte Spielzeit auch hier genutzt wird. 

Mein Fazit:

Ich bin, wie bei den meisten Themen der Meinung, dass alles in Maßen und wohldosiert in Ordnung ist. Wir sind Beide keine Freunde von strikten Verboten, sei es beim Thema Medien, als auch beim Thema Süßigkeiten. Einen bewussten offenen Umgang, mit Erklärungen und dem richtigen Vorleben halten wir für sinnvoll.

Nutzt ihr Kinder Apps? 
Was schauen eure Kinder gern? 
Und habt ihr eine Regelung, wie viel Medienzeit am Tag zur Verfügung steht?
 
Alles Liebe,
Tanja
 
* Die Freche Freunde App testen wir absolut kosten- und bedingungslos.
Facebooktwitterpinterest

[Leben] Friede Freude Eierkuchen – der ganz normale Alltagswahnsinn

„Darf ich auf den Schohooß?“

Tönt es pünktlich von links nach dem Auftun der Mahlzeit auf die Teller von klein E. 
Ich merke, wie sehr mich das in diesem Augenblick nervt. Nicht, weil ich mein Kind nicht liebe, sondern weil ich wenigstens beim Essen mal keinen Körperkontakt haben möchte. 

Wenn sie nämlich nicht gerade ihre Grenzen austestet, dann möchte sie am eigentlich am Liebsten auf den Arm. Ich kuschel unglaublich gerne mit ihr, aber mit bald 2,5 Jahren hat man eben auch schon ein stattliches Gewicht zu tragen. Ich kenne diese Phase noch zu gut von R. Bei Müdigkeit oder Hunger war sie der größte Kuschelkönig den ich kenne. Und ansonsten konnte ich gar nicht schnell genug sein, wenn es um ihre Ideen ging, die sie stets versuchte zu verwirklichen. 
Während ich drei Mal tief durchatme und mein Kind natürlich auf den Schoß nehme, merke ich sofort ihren Stimmungswechsel. Sie ist total entspannt und ich schneide mir in Gedanken direkt mal eine Scheibe davon ab und habe kurz ein schlechtes Gewissen.
Also können wir nun alle anfangen zu essen. Aber rechts von mir sitzt ja auch noch ein Kind. Und R. wäre nicht R., wenn sie nicht gleichziehen würde. Das scheint aktuell die neue Sportart der Zwei zu sein. Wer kann alles höher, besser, schneller, leiser (rein theoretisch) und lauter. 

„Ich möchte auch auf deinen Schoß Mama!“

Da ist er. Der Satz, auf den ich mich innerlich schon vorbereitet habe.
„Komm doch zu mir.“, höre ich meinen Mann sagen. „Nein, das ist gemein. Ich will aber auch zu Mama.“ Tja und nun? Dem einen Kind erlauben und dem anderen nicht? Zählt hier die Karte: „Du bist doch aber schon so groß und sitzt doch direkt ganz dicht neben mir. Lass uns nach dem Essen zusammen auf dem Sofa kuscheln!“  Ich kann sie sogar verstehen. Dann ist man eben nicht groß. Und sie soll auch nicht das Gefühl haben, es dreht sich alles um die Wünsche der Kleinsten.
Sie findet meinen Vorschlag aber zum Glück ziemlich gut und wir können nun also endlich essen.

Meistens geschieht genau so etwas beim Abendessen. Wo alle schon müde sind und in jedem Familienmitglied Bedürfnisse schlummern – unterschiedliche natürlich – die ausgelebt werden wollen. Gerade beim Abendessen sehne ich mich schon sehr nach Ruhe (Ich weiß durchaus, dass das etwas ist, was kaum realisierbar ist, mit Kindern in dem Alter, der Wunsch ist dennoch da). Nicht mal ohne die Kids, aber eben entspannt, jeder sitzt auf seinem Stuhl und man erzählt sich vom Tag. So war es bis vor wenigen Wochen auch noch. Und es wird auch wieder anders sein. Wer weiß, in welcher Phase die Kleine gerade steckt? Was sie gerade mit sich ausmacht und lernt?

R. ist dazu gerade sehr leicht reizbar und reizend. Sie weiß genau, welche „Knöpfe“ sie bei ihrer Schwester drücken muss, damit diese sich angestachelt fühlt und zum Kontern übergeht. Weinen tut meist nur ein Kind. Wer, das lasse ich hier mal offen. Also werde ich zum Streitschlichter und versuche zu vermitteln – bis zum nächsten Streitpunkt.

So anstrengend es auch manchmal ist und so wenig man seine Dauerschleife der Schimpf-Floskeln mag, bin ich doch wirklich froh darüber, wie wir das immer alles regeln und lösen. Und ebenso bin ich manchmal auch von mir beeindruckt (ja, man muss sich auch mal selbst auf die Schulter klopfen), wie ich es schaffe meine Ungeduld  in den Hintergrund zu rücken, die Situation so anzunehmen wie sie ist und ganz vielleicht noch mit meiner lieben Freundin darüber reden. Aber Austausch ist schließlich gut und wichtig. Wie soll man denn sonst lernen, wenn nicht durch eigene Reflektion?

Alles Liebe,
Tanja

Facebooktwitterpinterest

[Leben] Kann man Böckchen wegbacken? Inklusive leckerem Kuchenrezept

Kennt ihr diese Nachmittage voller Diskussionen? Alles ist falsch und auf Nachfrage erfährt man nicht einmal, was eigentlich das große Problem ist? Ich würde in diesen Momenten wahnsinnig gern zu diesen ruhigen Mamas gehören, die es schaffen einen absolut kühlen Kopf zu bewahren und nie die Haltung verlieren. 
Aber am 4. Tag in Folge des Dauernölens, gehöre ich definitiv nicht zu dieser Sorte.
Stattdessen kann ich mich beobachten, wie ich förmlich meinen Körper verlasse und schimpfe. Während ich mir selbst beim Reden zuhöre, muss ich mir sogar die Frage stelllen, ob das nun wohl alles verständlich ist, was ich erzähle. Auf der anderen Seite sorgt es wenigstens mal für eine kurze Unterbrechung der Heulkreischorgie. 
Ich konnte an allen Tagen auch nicht herausfinden, was der Fehler im System war. Aber vielleicht geht es auch gar nicht darum. Sondern es ist eventuell einfach nur wichtig, was da gerade passiert und wie man mit der Situation umgeht. Fakt ist, wir haben uns hier alle nicht mit Ruhm bekleckert und da gibts noch Potential nach oben. 
Als es mir vorgestern alles zu bunt wurde, musste ich backen. Ich backe nicht besonders gerne und auch nicht oft. Aber als ich bei Janina kürzlich dieses Rezept gesehen habe, ging es mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Außerdem hoffte ich, die Große damit mal von ihrem Heulkreischmodus ablenken zu können und das unser aller Ohren mal Ruhe haben. Ich musste ja als eingefleischter Grey’s Anatomy Freund an Izzie denken, wie sie meist backend, manchmal kochend, in der Küche steht, wenn sie vollkommen gestresst ist und sie emotional mal wieder auf den Boden der Tatsachen kommen muss. Nein, keine Panik, ich denke wohl nicht ich sei Izzie. Aber ich dachte, dass vielleicht auch mir das Backen helfen könnte. Allein der Gedanke an warmen Kuchen am Abend ließ mich bereits entspannen. So hielt ich mich also brav an das Rezept, mit dem Unterschied, dass wir tatsächlich keine Kastenform besitzen und ich die Rezeptur halbierte, da wir nur noch 2, statt der benötigten 4 Eier zu Hause hatten. 
Die Kinder waren total aus dem Häuschen, dass wir abends Kuchen buken, obwohl es eigentlich bald Zeit fürs Bett wäre und sie halfen tatkräftig mit. Mein Plan ging auf und die Gemüter beruhigten sich. Voller Vorfreude darauf, am nächsten Morgen vielleicht ein kleines Stückchen Kuchen zum Frühstück zu bekommen, schliefen sie in Windeseile ein und ich fand mich fix und fertig auf dem Sofa wieder. Nicht, dass mich das Backen so besonders angestrengt hätte. Aber dieses tänzeln, ja nicht den nächsten Heulkreischanfall auszulösen, da man einfach nicht weiß, was da los ist, das schlaucht sehr. Erst Recht, wenn es noch einen potentiellen kleinen Kandidaten gibt, der ebenso auf links gedreht ist. 
Phase Phase Phase. Oder Vollmond? Egal was es ist, ich möchte bitte meine Kinder wiederhaben. Ich verspreche auch, dass wir trotzdem Kuchen backen. 
Alles Liebe,
Tanja
Facebooktwitterpinterest

[Leben] wenn Kinder wachsen und Eltern mit ihnen

Manchmal bin ich müde. Müde, weil ich nicht mehr schimpfen möchte. Müde, weil ich nicht den ganzen Tag hören kann wie schlecht das ist, was ich mache. Zumindest sollte man meinen es sei schlecht, bei den Meckerorgien. 

Wovon ich spreche? Von meinen Kindern. Und diesem Teufelskreis in dem man irgendwann drinsteckt. 
Ich meine wir sprechen hier über zwei zauberhafte Mädchen. 2 und 4 Jahre alt, wissbegierig, neugierig, fröhlich, empathisch, wunderbar und ein wenig frech. Aber da gibt es manchmal diese schier endlosen Tage. Diese Tage an denen man abends nicht mehr weiß wo vorn und hinten ist und sich selbst nicht im Spiegel angucken möchte, weil man so viel geschimpft hat. An diesem Tagen würde ich die obige Beschreibung noch ergänzen: provozierend, ärgernd, meckernd, unzufrieden. 
Da werden Grenzen ausgetestet, bis aufs Blut hätte ich fast geschrieben. Entweder wird sich untereinander konsequent geärgert, da stehen sich Beide in nichts nach. Oder aber es wird über alles gemotzt und genölt, in einem theatralischen Tonfall, als wäre sonst was passiert. Unterstrichen von einem Maaaaaaamaaaaaaaa! Egal welche Spielangebote man macht oder wie man versucht auf die Kinder einzugehen. Natürlich wird auf Knopfdruck bockig geschrien, wenn der Wille nicht durchgesetzt werden kann und man kann nicht immer seinen Kopf durchsetzen. Leider nicht. 
Es gibt eben diese Tage, da bringt man die Kinder abends ins Bett, schläft vor Erschöpfung mit ein und ahnt, dass es am nächsten Tag ähnlich weitergehen wird. Aber auch die gehören mit dazu. 
Ich stelle meist nach so anstrengenden Tagen fest, dass sie irgendetwas Neues können. Wieder einen Schritt weiter sind. Es wachsen nicht nur sie. Wir wachsen mit Ihnen. Immer wieder aufs Neue. Aber wachsen ist ganz schön anstrengend. Für alle Beteiligten. Und genau deswegen wird es heute besser. Ganz bestimmt! 
Alles Liebe,
Tanja 
Facebooktwitterpinterest

[Leben] Das Kind muss nicht! Meine Antwort an die Huffingtonpost.

Zack, da tauchte vor einer Weile in meiner Timeline bei Facebook so ein Artikel auf. Von einem kinderlosen Menschen „geliked“, der im Bereich der Pädagogik tätig ist. Ein Artikel aus der Huffingtonpost öffnet sich, geschrieben von einer Frau, die als Expertin für Entwicklung und Verhalten von Kindern bezeichnet wird. 
Der Artikel an sich lies meinen Puls schon in die Höhe schnellen. Das Ende des Artikels setzt aber noch einen drauf. Um euren Puls ebenfalls zu steigern, zeige ich euch das Ende deswegen mal als Erstes. 
Erwarten Sie mehr. Teilen Sie Ihre Probleme. Geben Sie weniger nach. Lassen Sie uns diese Kinder zusammen richtig erziehen und sie auf den Erfolg in der echten Welt vorbereiten. Nicht in der geschützten Umgebung, die wir für sie geschaffen haben.

Ich kann das wirklich nicht glauben, was da steht. Aber dazu komme ich gleich noch mal. 
Kinder müssen geduldig sein, Kinder müssen wissen, dass das Essen nicht mal eben so flott zubereitet ist. Jetzt mal ehrlich. Klar würde ich mir manchmal wünschen, ich könnte zaubern, damit das Essen in Nullkommanix auf dem Tisch steht, damit ja niemand fragt: wie lange noch? Aber habt ihr mal hungrig auf euer Essen gewartet? Natürlich liegt ihr nicht nölend auf dem Boden. Kleinkinder haben noch kein Zeitempfinden. Zumindest nicht so, wie wir gerne hätten, dass sie es haben. Ihr wisst sicherlich was ich meine. Wenn mich mein Kind fragt, wann denn nun endlich das Essen fertig ist, gestern war zum Beispiel genau diese Situation. Dann sage ich ihm, dass es noch 7 Minuten dauert, um direkt bei gestern zu bleiben. So lange mussten nämlich noch die Nudeln kochen. 3 Minuten später fragte es mich wieder, wann es denn Essen geben würde. Und ich hörte am Zittern der Stimme, dass da einfach ein Bärenhunger vorliegt. Dann liegt es doch aber an mir als Elternteil zu versuchen, die Wartezeit für das Kind irgendwie angenehmer zu gestalten und nicht bloße Geduld zu erwarten. Ein Kleinkind ist und bleibt ein Kleinkind. Und ein Hungriges noch dazu. Ich weiß nicht von welchem Alter die Autorin ausgeht, aber so allgemein wie sie schreibt, gehe ich von einer großen Altersspanne aus. Also habe ich meine Tochter gebeten den Tisch zu decken. So verging für sie die Zeit und mit dem gedeckten Tisch, waren auch die Nudeln fertig. Wenn sie aber schon so schlimmen Hunger hat, dass alles nur noch Geweine und schlechte Laune zur Folge hat, dann ärgere ich mich schlichtweg meistens selber über das Timing. Denn meine Kinder haben fast immer zur gleichen Zeit Hunger. So dass es täglich eigentlich keine Überraschung darstellen sollte. In einem Punkt gebe ich ihr Recht: Geduld sollte man üben. Aber nicht an hungrigen Kindern. 😉 
Folgende Situation kennt ihr sicherlich, oder? Euer Kind bekommt einen farbigen Becher zu trinken und möchte aber lieber eine andere Farbe, obwohl ihr bereits eingegossen habt. Da ist im Artikel die Rede von diesem sogenannten Bechertest. Dieser sagt aus, ob ihr Angst vor eurem Kind habt und es euch im Griff hat. Ihr blass werdet, wenn es schon beginnt zu sagen, dass es aber lieber eine andere Farbe haben möchte. Und soll ich euch was sagen? Das ist doch Quatsch. 
Wie oft mache ich den Mädchen morgens Kakao und bekomme anschließend zu hören: Aber ich wollte doch den blauen, roten, lila, gelbgetupften Becher haben. Dann ist meine Antwort immer gleich: „dann merke dir für morgen, welchen Becher du heute lieber gehabt hättest und ich werde mit daran denken.“ Und jetzt? Ihr dürft euch freuen, ich habe also keine Angst vor meinen Kindern. Aber mal ehrlich. Es täte mir nicht weh, die Becher einfach immer wieder umzutauschen, bis alle glücklich sind. Aber wisst ihr was? Ich habe gerade morgens schlichtweg keine Lust dazu (ich sollte dazu sagen, dass wir keine Langschläferkinder haben, sondern wir hier im Schnitt von 6 Uhr morgens sprechen.) Soviel zum Thema, Eltern denken zu wenig an sich. Nö, tu ich nicht. Ich denke auch an mich. Und daran, dass ich morgens als erste Mission einen Kaffee haben möchte. Während ich ihn mache, wird die Milch der Mädchen erwärmt. Es sind einstudierte Handgriffe, die ich morgens nicht bereit bin über Board zu werfen, indem ich Becher jongliere, obwohl ich die Farben gewählt habe, die in 99,9% sonst immer gewählt werden. 
Jonglieren mache ich nämlich im Laufe des Tages noch oft genug. Nicht Becher, aber Argumente. Jawohl. Das Zauberwort heißt Kompromiss. Denn trotz aller Regeln und so manchen Neins, ist es doch genauso wichtig auch mal nachzugeben. Besonders dann, wenn es für einen nun nicht schlimm ist und nicht 50 andere Neins mit einem Mal außer Kraft setzen würde.  Ist es nicht viel mehr so, dass man sich den Stress selber macht, indem man versucht an total verrückten Punkten furchtbar autoritär zu sein? Wie mit allem im Leben, sollte man das gesunde Mittelmaß finden. Das ist zugegebenermaßen nicht immer so einfach, aber durchaus machbar. Und ein Kind, welches nicht nur siegessicher in eine Diskussion einsteigt eine Diskussion anfängt, sondern auch mal als Sieger hervorgeht, ist doch nichts Schlimmes. Ganz im Gegenteil.
Kindererziehung verläuft nicht nur in der eigenen Komfortzone. Ganz und gar nicht. Wie oft sitze ich abends auf dem Sofa und denke mir: Ach shit. Das ist heute aber ganz schön aus dem Ruder gelaufen. Und zwar nicht, weil ich es so gern mag, mein Kind bockig zu sehen. Sondern weil eins zum Anderen führte und die Konflikte förmlich magnetisch angezogen wurden. Wo man denkt, ein ganzer Tag besteht aus Neins. Doch auch die gehören dazu. Und dann findet es immer noch ein einer beschützten Umgebung statt. Denn ich beschütze meine Kinder nicht weniger, nur weil ich Ihnen nicht nach dem Mund rede. Ich beschütze sie, indem ich versuche sie zu leiten, Ihnen dabei zu helfen Entscheidungen akzeptieren zu lernen, aber auch selber welche zu treffen. Genauso wie die Tage, an denen mein Kind beschützt in seiner Umgebung auch vielleicht doch mal einen anderen Becher bekommt, nur eben nicht früh morgens. 
Alle Punkte werde ich hier nicht aufführen, aber einer liegt mir noch am Herzen. 
Babys müssen lernen sich selbst zu beruhigen. Müssen? Der ganze Artikel ist durchzogen von einem einzigen Muss. Ist Familie nicht ein Synonym für Geborgenheit? Liebe? Empathie und Verständnis? Wie kann ich denn dann von meinem Baby erwarten, welches ich viele viele Monate unter meinem Herzen trug, dass es in der Lage sein muss sich selbst zu beruhigen? Ich rede nicht davon beim ersten Geräusch sofort zu agieren. Babys machen ja auch ganz gern mal Geräusche im Schlaf. Der Autorin dürfte nicht bekannt sein, was im Kopf eines kleinen Wesens vor sich geht, wenn man es schreien lässt. Adrenalin und Cortisol werden vermehrt ausgeschüttet und können in großen Mengen toxisch wirken.  Erst beruhigende Maßnahmen unsererseits helfen bei der Ausschüttung von Oxytocin, was wiederum beim Abbau der zuvor ausgeschütteten Stresshormone hilft. Steigert man durch Nichtberuhigen immer weiter den Cortisolspiegel, kann sich dies dauerhaft schädlich auf die Angstregulation auswirken. Das Einzige was es lernt ist: ich kann tun was ich möchte. Es kommt niemand. Adieu Urvertrauen. Aber wenn man sein Kind auf den Erfolg in der echten Welt vorbereiten möchte, ist es wahrscheinlich auch besser, man vertraut nicht allzu viel.

Alles Liebe,
Tanja

Facebooktwitterpinterest

[Leben] Eifersucht unter kleinen Geschwistern – 6 Tipps

Mama, Papa, Kind. Oder auch Mama, Mama, Kind. Oder Papa, Papa, Kind. Egal in welcher Konstellation: Man ist im besten Falle ein eingespieltes Team, weiß wie das Kind reagiert – meistens zumindest. Dann kündigt sich das zweite Kind an und die Familie wird wachsen. Jeder wird sich neu ordnen müssen, eine neue Rolle einnehmen. Das Erstgeborene wird entthront. Das klingt nicht nur sehr barsch, genau das ist es auch. Bei uns waren es zwei Jahre, die die Erstgeborene alle Aufmerksamkeit bekommen hat, die wir geben konnten. Und dann bekam sie ein Baby vor die Nase gesetzt. Warum ich das so unverblümt formuliere? Weil ich glaube, dass man es nicht beschönigen kann. Schließlich entscheidet man sich als Eltern dazu, ein weiteres Kind zu bekommen und nicht das Kind. Wir wählten einen geringen Altersabstand aus. Wie es gewesen wäre, wenn sie älter große Schwester geworden wäre, das kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall hätte sie Einiges anders wahrgenommen und die Schwangerschaft ganz anders miterlebt. Aber darum soll es nicht gehen. 
Heute möchte ich euch ein paar erprobte und für gut befundene Tipps mit auf den Weg geben.
Viele werden für euch nicht unbekannt sein, aber eventuell dienen sie noch einmal als kleine Erinnerungshilfe. 
  1. Bücher. Es musste leicht verständlich sein. Als unsere Tochter das bewusst mitbekommen hat, dass mein Bauch wächst und ich eingeschränkter bin auf Grund von Komplikationen, war sie 1,5 Jahre alt. Aber die Bücher waren nicht nur während der Schwangerschaft von großer Bedeutung. Auch danach. Sie holte sie immer wieder von alleine, um so dieses Thema für sich zu verarbeiten. Und manchmal schauen wir sie heute noch an und sie erklärt ihrer kleinen Schwester, dass sie die Bücher bekommen hat, weil es sie nun gibt und sie deswegen etwas ganz Besonderes sind. Das Wieso Weshalb Warum Baby Buch war hier der absolute Favorit.
  2. Beim Stillen war es zu Beginn sehr schwierig. So lieb die Große zum Baby war, aber beim Stillen war es zu viel für sie. Dies äußerte sich, indem sie alles tat um Aufmerksamkeit zu bekommen, besonders eben ärgern. Also versuchte ich ihr beim Stillen ebenso Nähe anzubieten. Und dazu gab es ein Spielzeug oder ein Buch, was etwas Besonderes war. Das gab es nur dann und es hat wirklich geholfen. Irgendwann konnte sie die Situation dann besser annehmen und es relativierte sich.  
  3. Nicht immer zuerst die Babybedürfnisse stillen. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, sein wird oder war, aber man ertappt sich schnell dabei, wie man zuerst das Baby im Kopf hat und dann das größere Kind. Das das nicht gut ist, dass wissen wir hoffentlich alle. Also immer abwägen, ob nicht auch mal das Baby kurz warten kann. 
  4. Das größere Kind mit einbeziehen. Wir haben das Babyspielzeug zusammen sortiert und ein Kistchen für die Kleine zusammengestellt. Außerdem hat sie mir beim Wickeln immer gern eine Windel angereicht und mich daran erinnert, das Baby auch schön sauber zu machen. Das war wichtig für sie und zeigte, sie sorgt sich auch um ihre kleine Schwester. 
  5. Man muss nicht alles teilen! Als die Kleine laufen lernte, hat die Eifersucht ihren Gipfel erreicht. Nichts war mehr sicher. Wir erklärten der Großen, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn sie nicht alles teilt. Ihre Heiligtümer müssen eine Etage höher gelagert werden. Und wenn sie es doch mal liegen lässt, dann wird nichts aus der Hand gerissen, sondern uns Bescheid gesagt und wir versuchen das gemeinsam zu lösen. Und auch das hat funktioniert. Genauso muss sie aber auch akzeptieren, wenn ihre kleine Schwester etwas nicht teilen möchte, weil es für sie eben etwas Besonderes ist. (Bei Beiden sind es übrigens die geliebten Puppen.)
  6. Exklusive Zeit. Bei uns ist das sehr schwierig, aber wir versuchen es dennoch, um Beiden gerecht zu werden. Mal allein mit einem Kind ein Eis essen, mal in ein Kindertheaterstück usw. Exklusive Zeit für die Große ist am Wochenende aber immer zusätzlich die Mittagsschlafzeit der Kurzen. 
Habt ihr noch andere Tipps? 
Dann lasst und diese gerne in den Kommentaren sammeln. 
Alles Liebe,
Tanja
Facebooktwitterpinterest

[Leben] Kinderfreundschaften.

Ist es in Ordnung, einen Freund, eine Freundin, des eigenen Kindes nicht zu mögen? 

Eine gewagte Aussage, zu sagen, man möge ein anderes Kind nicht. Aber genau so geht es mir bei einem befreundeten Kind meiner Tochter. 

Darüber habe ich mich gestern mit einer Freundin unterhalten.
Unsere Zeit ist begrenzt. Feste Rhythmen bringen uns von Montag bis Freitag durch die Woche. Meine Töchter haben aktuell keinerlei feste Verpflichtung. Somit ist jeder Wochennachmittag frei verplanbar. Wenn meine Tochter sich mit einem Kind aus dem Kindergarten verabreden möchte, freue ich mich darüber, dass sie von sich aus sagt, dass sie die Verabredung ohne mich wahrnehmen möchte. Also wird sie entweder von den anderen Eltern mitgenommen, oder aber, wenn das Kind zu uns kommt, nehmen wir es mit. Berührungspunkte mit den Eltern gibt es somit kaum. Und das ist gut so, da es ihre Freunde sind. Ein kurzer Plausch, ein Austausch ob alles in Ordnung war. Das reicht. 
Anders sah das aus, bevor sie ohne mich Spielverabredungen hatte. 
Wir sind sehr viel draußen. Und ich habe ein absolut kontaktfreudiges Mädchen, weswegen wir schon die ein oder andere Familie auf dem Spielplatz kennengelernt haben. Darunter befindet sich auch meine vorhin angesprochene Freundin. Wie selten passiert es durch Zufall, dass sich die Kinder verstehen und die Erwachsenen inkl. der Väter auch auf einer Wellenlänge schwimmen? Man eben nicht nur über Kinder spricht, sondern auch darüber, was einen selbst bewegt, sich im Alltag unter die Arme greift und sich auf den Anderen verlassen kann.
Denn wenn wir ehrlich sind, bekommen Kinder ja sonst eher die Kinder von den eigenen Freunden aufgezwungen, wenn sich die Erwachsenen verabreden. Also gibt es da genau zwei Möglichkeiten: Sie mögen sich oder sie mögen sich nicht. Bei uns im Freundeskreis passt es bei einem Kind und meiner Tochter nicht so richtig. Sie können einfach nicht so gut miteinander umgehen. Aber das macht nichts. Man muss sich ja nicht zwangsläufig mit Kind treffen. Und bei den anderen Freunden mit Kindern können wir uns nicht glücklicher schätzen. Es passt auch da. 

Es gibt aber wiederum ein Kind, dass hat einen festen Platz im Herzen meiner Tochter. Warum frage ich mich, aber Kinderaugen sehen andere Dinge. Ich tue mich damit sehr schwer, dies zu verstehen. Sie kommen gut miteinander aus, aber in meinen Augen kann sie mit anderen Kindern vertiefter spielen, muss nicht allein Kompromisse eingehen und immer den Kürzeren ziehen. Ihr merkt, dass ist meine Sicht der Dinge. Aber irgendetwas muss die Beiden verbinden, dass sie sich dennoch wünscht, dieses Kind regelmäßig zu sehen. Ich konnte für mich einen Kompromiss finden. Wir trafen uns meist draußen, unverfänglich. Im Wald, auf dem Spielplatz. Mit der Mutter des Kindes werde ich nicht warm. Sie hat genau ein Thema: ihr Kind. Würde ich die Sympathie meiner Tochter zu diesem Kind teilen, wäre das für mich vermutlich auch nicht so anstrengend. Bei Verabredungen draußen konnte man sich aber ganz gut aus dem Weg gehen, besonders wenn man noch der kleinen Schwester hinterherlaufen und Unterstützung beim Klettern anbieten musste. Mittlerweile treffen sie sich auch alleine. Und meine Tochter ist nach wie vor glücklich darüber. 
Und wisst ihr was? Ich freue mich, dass ich einen Weg gefunden habe, bis dieser aktuelle Punkt eingetroffen ist (Spielen ohne Eltern), ohne mich dabei komplett zurückzustellen (Kaffeekränzchen bei Ihnen oder uns zum Beispiel) und ohne meiner Tochter diese Freundschaft zu verwehren. 

Mein Fazit lautet also ganz klar:
Ja, es ist in Ordnung, wenn wir einen Freund, oder eine Freundin des eigenen Kindes nicht mögen. 
Genau zu diesem Ergebnis kamen meine Freundin und ich gestern auch. Aber wir können versuchen einen Weg zu finden, ihnen dennoch Treffen zu ermöglichen, erst Recht, wenn sie nicht den gleichen Kindergarten besuchen und sie sonst keine Chance haben, sich zu treffen. 
Und wie ist das bei euch? 
Alles Liebe,
Tanja
Facebooktwitterpinterest

[Leben] Erziehungsfragen und wie wir versuchen Konflikte zu lösen.

Ich wurde nun schon mehrfach gebeten, doch einmal etwas darüber zu schreiben, wie es bei uns zu Hause so abläuft, was das Thema Erziehung betrifft. 
Also möchte ich euch heute einmal einen Einblick gewähren und euch ein paar erprobte Tipps mitgeben. Sie funktionieren natürlich nicht immer, aber versuchen kann man es ja mal, nicht wahr?
Bei uns zu Hause und außerhalb gibt es bestimmte „Gebote“, nicht zu viele, auf die wir Wert legen. 
Diese Regeln sollen eine Leitlinie ergeben, die die Kinder durch den Tag führt, ohne sie jedoch wortwörtlich anzuleinen. Die Kinder können sich darauf verlassen, dass wir in Situationen, in denen diese Regeln greifen, immer gleich reagieren. Eine Regel habe ich nun ausgesucht um ein Beispiel nennen zu können.
  • beim Überqueren einer Straße halten wir uns an der Hand
Das Hand in Hand über die Straße gehen hat selbstverständlich nicht immer und schon gar nicht von Anfang an problemlos funktioniert. Ganz im Gegenteil. Aber Konsequenz und nachhaltiges loben haben dazu beigetragen, dass mir die Große nun ohne mit der Wimper zu zucken ganz von sich aus sofort ihre Hand anbietet, wenn wir eine Straße überqueren möchten. Und auch jetzt sage ich noch, wenn auch nicht jedes Mal, dass ich das toll von ihr finde und sie positiv darin bestärke. Denn wir als wissen: positive Zuwendung verstärkt positives Verhalten. 
Die Große ist aktuell schnell bockig. Oder sie scheint für mich aus dem Nichts heraus furchtbar sauer zu werden und schreit herum, ärgert ihre kleine Schwester und ich kann aber keinen erkennbaren Grund sehen. Aus dem Nichts heraus. In einem schlauen Büchlein habe ich einmal von den vier W-Fragen gelesen. Diese sollen helfen, Konflikte zu lösen und sie zu überblicken.
Spielen wir das Ganze doch mal bezogen auf die aktuell beschriebene Situation durch, damit ihr ein Beispiel habt.
Wann tritt das Verhalten auf?
Hier war es immer am frühen Abend eines Kindergartentages in den letzten drei bis vier Wochen.
Wo tritt das Verhalten auf? 
Zu Hause, gegenüber ihrer kleinen Schwester. 
Wie oft tritt das Verhalten auf? 
an 2 bis 3 Wochentagen.
Warum tritt das Verhalten auf? 
Genau das haben wir uns eben gefragt. Da wir sie so nicht kannten und sie sich auch nicht getraut hat etwas zu sagen. Schlussendlich sprach ich mit der Erzieherin aus dem Kindergarten darüber und sie erzählte mir, von Differenzen zwischen zwei Kindern und meiner Tochter. Das Verhalten zu Hause war nach den beschriebenen Situationen der Erzieherin 1:1 übertragbar. Was im Kindergarten mit ihr passierte, „spielte“ sie an ihrer Schwester nach. Sie suchte sich somit auch eine Kleinere dafür aus, wie es die Anderen Kinder auch mit ihr taten. 
Sie ließ sich von den anderen Kindern einschüchtern und sich einreden, dass sie uns das nicht erzählen dürfe. Als wir endlich wussten, was los ist, fragte ich sie wieder, dieses Mal gezielter, ob sie jemand im Kindergarten ärgern dürfte und ich erinnerte sie auch daran, dass wir verabredet haben, dass egal was ist, wir immer miteinander reden können. Dann erzählte sie mir endlich selber was los ist und es deckte sich exakt damit, was mir die Erzieherin berichtete.  Und auch hier bestärkte ich sie positiv darin, dass ich es ganz toll finde, dass sie mir das nun erzählt hat und das genau richtig so war.  Schließlich konnten wir die Probleme lösen und hier gab es nicht mehr, pünktlich um eine bestimmte Zeit herum einen Ausflipper. 
Gerade bei immer wiederkehrenden Konflikten finde ich diese W-Fragen ganz spannend. Natürlich setzt man sich nicht in einer Akutsituation hin und sagt zum Kind: Warte mal, Mama muss sich mal kurz Notizen machen. Aber ich finde es ganz hilfreich, das einfach im Hinterkopf zu haben. Denn gerade wiederkehrende Muster kommen nicht von ungefähr, so ist es meine Erfahrung bisher. 
Konfliktpotenzial bieten Stresssituationen. Ganz besonders Zeitdruck ist ein ganz großer Stressauslöser. Ihr kennt das: Nur mal eben schnell noch etwas mit den Kids erledigen, das passt doch noch locker in die Tagesplanung. Also heißt es flott anziehen. Wie? Wo ist denn nur der zweite Schuh? Natürlich schafft es das Kind die Jacke alleine anzuziehen, möchte es aber gerade nicht. Kinder merken genau, wenn man es eilig hat und es ist doch ein prima Spiel das auszureizen, wenn sie es denn überhaupt schon verstehen. Ich habe mittlerweile gelernt, dass ich entweder auf die schnelle Aktion verzichte oder aber eine spätere evtl. Verabredung kurz kontaktiere und mir versuche 20 Min. mehr einzuräumen. Natürlich ist das kein Regelfall. Aber manchmal geht es eben nicht anders, wenn urplötzlich noch Milch oder Brot eingekauft werden müssen und es vorher einfach nicht auffiel. Also habe ich mir mehr Zeit verschafft, kann die Sache entspannter angehen und kann auch in Ruhe den zweiten Schuh suchen, ohne noch mehr Stress zu versprühen. 
Bei unseren Kindern, besonders bei der Großen gehören ebenso Hunger und Müdigkeit hinzu.
Ich habe immer einen Snack dabei und plane die Woche nie zu voll nach dem Kindergarten. Gerade jetzt im Winter, wo die meisten Verabredungen nun mal drin stattfinden, merke ich, dass Knatsch vorprogrammiert ist, wenn man Montag nach dem Kindergarten zu Termin A geht, Dienstag zu Termin B hetzt, Mittwoch zu Termin C düst. Ihr versteht sicherlich was ich meine. Maximal zwei Verabredungen, Verpflichtungen nach dem Kindergarten. Mehr gibt es aktuell nicht geplant. Alles andere rüttelt hier sonst zu stark an der Laune. Spontan kann man natürlich immer noch sehen was sich ergibt. Und natürlich gehen wir auch einfach nach einer Verschnaufpause auch noch mal gemeinsam an die frische Luft, spazieren oder auf den Spielplatz. Aber das entscheiden wir eben einfach nach Lust und Laune. Treiben lassen ist die Devise. 
Versprechen einhalten ist ein Stichpunkt, den ich auch sehr wichtig finde. 
Zum Beispiel ist das ins Bett gehen hier kein großes Thema. Aber das bettfertig machen neuerdings schon. Lesen wir zum Beispiel gerade ein Buch und es ist zu Ende, die Uhrzeit passt, dann sagen wir ganz gern als Antwort auf die Frage, ob wir wohl noch ein Buch vorlesen können: Ja das können wir gerne machen. Aber vorher ziehen wir einen Schlafanzug an und gehen Zähne putzen. 
Nachdem die Große verstanden hat, dass wir das Versprechen halten und es wirklich danach noch ein weiteres Buch gibt, klappt das auch etwas reibungsloser. Sie weiß, dass sie sich darauf verlassen kann. Das kann man natürlich auf jede Situation übertragen. Versprecht nichts, was ihr nicht einhalten könnt, nur um es euch bequem zu machen. Ihr möchtet schließlich auch nicht enttäuscht werden, sollte das Jemand Anderes mit euch so machen. 

Hat mein Kind gute Laune und ich hole es gestresst, genervt vom Kindergarten ab, hat es unter Garantie eine halbe Stunde später meine Laune angenommen. Schließlich beeinflusst man sich gegenseitig. Wir sollten mit unseren Kindern genauso sprechen, wie wir es auch von ihnen erwarten. Auf Augenhöhe, aber verbindlich. Wir bieten keine Sicherheit, wenn wir uns freundschaftlich verhalten und alles erlauben. Eltern sein bedeutet schließlich auch eine Funktion zu haben, Verantwortung zu tragen und auch mal der Buhmann zu sein. 
Wir hatten irgendwann die Situation, dass ich die Große eher aus dem Kindergarten abgeholt habe, überraschend für sie. Ich hatte den Plan gefasst, etwas Schönes mit ihr zu unternehmen. Meine Erwartungshaltung, dass sie sich freut, war faktisch da. Ihre Reaktion war nicht so, wie ich es mir erhofft hatte, da sie so nicht noch den Snack im Kindergarten mitmachen konnte, wo mir bis dahin nicht so klar war, dass er so wichtig für sie ist. Schließlich gibt es auch nachmittags zu Hause immer Obst. Also war ich enttäuscht und den ganzen Tag grummelig. Vollkommener Quatsch und Irrsinn. Aber so war es eben und ich war nachtragend. Rückblickend betrachtet muss ich über mich den Kopf schütteln. Was habe ich denn eigentlich erwartet? Das sie Luftsprünge macht, wenn ich eher komme als sonst? Schließlich geht sie ja gerne in den Kindergarten. Aber hier sehen wir wieder: gegenseitig haben wir unsere Laune beeinflusst. Wenn auch unnötig, da ich vollkommen falsche Erwartungen hatte. 
Schimpft ihr euch manchmal ein? Man findet aus diesem Modus nicht mehr raus? 
Einmal schimpfen für eine Siuation ist vollkommen ausreichend. Alles andere verstärkt das negative/unerwünschte Verhalten bloss und spendet negative Aufmerksamkeit. Versucht doch einmal hinzugehen und alles zu loben, was einem positiv auffällt. Das mag nun seltsam klingen. Aber anhand dessen sieht man mal, wie wenig zu schimpfen man eigentlich hat, nur hebt man das selbst eben meistens viel mehr hervor. 
Natürlich sagt man manche Dinge diverse Male und schimpft. Aber wenn es dann zum Schluss doch vom Kind ernst genommen wird und umgesetzt wird, dann vergesst nicht, dies ebenso positiv zu erwähnen und seid nicht nachtragend. Schließlich wollt ihr doch die letzte Handlung unterstützen und nicht die vergebenen Chancen zuvor negativ bestärken.
Wer nun tatsächlich meinen ganzen Artikel durchgelesen hat, dem möchte ich noch Folgendes mit auf den Weg geben: Es gibt kein Patentrezept und auch bei uns funktioniert nicht alles immer nach Schema F. Wir sind alle nur Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Gefühlen. Aber unsere wichtigsten Anhaltspunkte helfen schlussendlich immer, dass wir alle an einem Strang ziehen können und so versuchen können, den Kindern Sicherheit und Verlässlichkeit zu bieten. 
Bei allen Regeln, Kritiken, Schimpfen und was es sonst noch alles gibt: 
Vergesst nie eurem Kind und auch euch zu sagen, dass das allerwichtigste die bedingungslose Liebe ihm gegenüber ist. Gebt auch mal nach, seid nicht zu stur.

Gibt es Tipps für den Alltag, die ihr gerne weitergeben möchtet? Was hat sich bei euch bewährt?

Alles Liebe,
Tanja

Facebooktwitterpinterest