[Leben] Baby Update #3 – Drei Monate Löwenbaby

Unser kleiner Held ist nun drei Monate bei uns. Man merkt, dass er immer mehr bei uns ankommt und das ist ein wunderschönes Gefühl. Es entwicklen sich kleine Rituale, man lernt mit der Zeit, was er mag, wo er vielleicht erst einmal protestiert und es dann aber doch für sich entdeckt und was er wirklich gar nicht leiden kann.

Vorlieben des Babys?

Er guckt sich total gerne auf mir liegend unsere Stehlampe im Wohnzimmer an und erzählt dabei etwas. Das Mobile über der Wickelkommode ist aber sein absoluter Favorit. Er liebt es getragen zu werden, den ganzen Tag am Liebsten. Und wenn man es ihm schmackhaft macht, dann geht auch die Federwiege. Was bin ich froh, dass wir uns für die Swing2Sleep Variante mit dem Motor entschieden haben. Ich dachte ja, als ich es das erste Mal sah: Wer braucht so einen Quatsch? Aber wenn ich daneben sitze und permanent wippen muss, kann ich ihn mir auch umschnallen und dann dabei etwas machen. Also totale Empfehlung meinerseits. Und Auto fahren geht nach wie vor gar nicht. Ganz kurze Strecken funktionieren halbwegs gut, aber Ampeln sind hier Staatsfeind Nummer eins. Bloß nicht stehen bleiben.

„Areeee“ – bedeutet das irre, Mama?

Er lautiert mittlerweile und das ziemlich niedlich. Wenn er sich freut, dann möchte man ihn konsequent knutschen. Morgens nach dem Aufstehen ist Geschwisterzeit. Wenn alle angezogen und im Falle des Kleinen gewickelt sind, dann kuscheln die drei Kinder zusammen. In der Zeit kann ich dann das Pausenbrot für die Schule fertigmachen und mich schnell anziehen. Diese Zeit genießt er sehr. Es ist sehr sehr selten, dass er dann anfängt zu weinen. Seine Schwestern versuchen stets zu deuten, was er denn da so erzählt.

Und wie oft schläft der kleine Löwenjunge?

Seine Wachphasen sind unterschiedlich. Manchmal wacht er auf, ist ganz fröhlich und schafft es nur 10 Minuten. Dann muss das nächste Schläfchen her. Nachmittags ist er dann oft eine Stunde wach, was aber dann daran liegt, dass er nicht in den Schlaf findet und viel schreit. Insgesamt ist das Schreien schon besser geworden, aber nach wie vor quält ihn sein Bäuchlein. Ob er immer noch schnell überreizt ist? Tagesform abhängig, würde ich also hier sagen. Er schläft insgesamt noch wirklich viel, was manchmal den Tagesablauf schwierig macht, da er bis auf sein Morgenschläfchen nur in der Trage schläft.

Und von nachts reden wir besser nicht. Da stillen wir weiter im Stundentakt. 😉 Dafür ergibt sich mittlerweile doch recht erkennbar ein Rhythmus. Gegen 19 Uhr beginnt der kleine Mann seinen Nachtschlaf und schläft dann auch tatsächlich bis zu vier Stunden.

Mal sehen, was der nächste Lebensmonat mit sich bringt. Ich bin gespannt.

Alles Liebe,
Tanja

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[Leben] Meine Hebammengeschichte – ohne Hebamme? Das sollte nicht sein!

Als nach der Fehlgeburt unserem Umfeld klar war, dass da offensichtlich ein Kinderwunsch besteht, bekam ich einige Tipps. Einer dominierte: suche dir am Besten eine Hebamme, wenn der Test zwei Streifen zeigt. Ich widersetzte mich allerdings, suchte mir zwar schon etwas zusammen, aber telefonierte und schrieb Emails erst ab der 11. Woche. Zu groß war die Angst, es geht wieder schief.

Die Suche nach der Hebamme beginnt

Eine Praxis machte online einen netten Eindruck. Da es mein Mann war, der mich überredete eine Nachsorgehebamme zu suchen, kam er ebenso mit, um die potenzielle Person auch kennenzulernen. Ich hatte in meinen Überlegungen nie bedacht, dass sie auch gerade für mich hilfreich sein könnte und gar nicht unbedingt nur fürs Baby kommt.

Ich möchte kurz einschieben: wer mich kennt, der weiß, es darf nicht zu esoterisch sein. Teechen hier, Aromatherapie da und schon mal gar nicht dürften Tipps kommen, dass egal was man hat, überspitzt formuliert, einzig allein Muttermilch zum Zuge kommen dürfe. Da bin ich nämlich auch kein Freund von. Aber da gehen Meinungen ja bekanntlich auseinander und das ist auch gut so. Außerdem war ich vorm ersten Kind felsenfest überzeug, nicht stillen zu wollen.

Was war ich gespannt. Wir bummelten etwas durch die Stadt und gingen anschließend zur Praxis. Zwei Hebammen teilen Sie sich. An der Türe hing ein Schild, wo draufstand: bitte Schuhe ausziehen. Vielleicht könnt ihr euch meinen Gesichtsausdruck vorstellen, aber da war es eigentlich schon vorbei. Das mag für euch komisch klingen, mein Gefühl teilte mir aber mit: Flucht! Ab durch die Mitte. Nun denn, reingehen mussten wir dennoch, aber es war eigentlich schnell klar: das passte einfach nicht. Die Chemie stimmte nicht. Mein Gefühl sagte aber auch hier, es würde auf Gegenseitigkeit beruhen.

Also kam Plan B an die Reihe. Wir hatten per Email bereits Kontakt und ich freute mich eine Woche später auf den Termin. Eine größere Praxis, mit vier Hebammen. Nicht nur die Räume der Praxis haben mich direkt in ihren Bann gezogen, sondern auch die Hebamme, mit der ich das Kennenlerngespräch führte. Wir tauschten uns aus und lachten viel. Da nahm ich auch gern ein Teechen. 😉 Sie hat so eine angenehm pragmatische Art, ist auf eine liebevolle Art und Weise auch sehr direkt und respektiert meine Grenzen, was Offenheit gegenüber alternativen Heilmitteln angeht und ebenso das Thema Stillen wurde nach meinen Erklärungen ohne Belehrungen ad Acta gelegt. Perfect Match sozusagen. Tatsächlich ist sie auch noch eine Beleghebamme. Da war aber auch schnell geklärt, dass ich sie weder für Vorsorgen noch für die Geburt benötige, da es mir sehr wichtig war, dort zu entbinden, wo ich im Falle des Falles nicht von meinem Kind durch eine Krankenhausverlegung getrennt werden musste.

Wir konnten uns unsere Hebamme aussuchen

Aber soll ich euch etwas sagen? Ich bin zutiefst dankbar. Ich hatte eine Wahl. Ich hatte die Wahl, mir eine Hebamme suchen zu können, die mich mit meinen Ansprüchen nicht direkt in die Wüste schickt, sondern akzeptiert, dass wir berufsbedingt vielleicht eine schwierige Kombination sein könnten, sie und ich. Und ich hatte das große Glück, bei allen drei Kindern, die gleiche tolle Person an meiner Seite zu wissen.

Urheberrecht: Inna Astakhova/Shutterstock

Ich weiß noch, als sie zum ersten Mal bei meiner Großen einen Wochenbettbesuch machte und mich stillend auf dem Sofa vorfand. Es könnte sein, dass da Worte gefallen sind wie: „ich hab es mir gedacht und dachte aber auch, es bringt rein gar nichts, wenn ich dir versuchen würde es schmackhaft zu machen.“ Recht hatte sie. Ich hab es mir nämlich im Kreißsaal tatsächlich einfach neu überlegt, als mich die Hebamme dort fragte, ob ich mein Mädchen anlegen möchte. Aber das ist eine andere Geschichte.
Witzigerweise steigerte sich das „Brauchen“ meiner Hebamme von Kind zu Kind. Brauchte ich sie bei der Großen kaum, dafür bei der Kleinen umso mehr. Sie nahm nur sehr langsam zu, so stand also nach ihrer Geburt das Wiegen im Vordergrund. Und jetzt beim Löwenjungen ebenso. Sie kam in den ersten Tagen jeweils täglich, zum Wiegen aber schnell alle zwei Tage, da sie uns nicht stressen wollte. Sie hatte das Vertrauen, dass es aufwärts geht und dennoch einen strengen Blick, der es nicht zulassen würde zu wenig zu machen.

Warum sollten wir Rückschritte tolerieren?

Ich weiß nicht ob ihr die Serie Call the Midwife kennt? Sie spielt in England und es geht um Hebammen in den 50er Jahren. Sie machen Wochenbettbesuche, aber nur sehr stark begrenzt. Es gibt hauptsächlich die Nachsorgesprechstunde, wo man hinkommen kann. Lese ich also aktuell von den Entwicklungen, Hebammen betreffend, klingeln meine Ohren. Mir ging es nach allen drei Geburten gut. Ich konnte laufen, trug fast keine Verletzungen davon und bekam keine postnatale Depression. Das Stillen klappte reibungslos und ohne Schmerzen. Stelle ich mir aber vor, ich könnte kaum gehen, geschweige denn sitzen, ich bräuchte Hilfe beim Stillen und und und. Und so soll ich mich dann in die Wochenbettambulanz begeben? Zu einer Hebamme, die ich mir vielleicht nicht einmal aussuchen konnte? Da würde ich es mir höchstwahrscheinlich drei Mal überlegen, ob ich das wirklich in Anspruch nehmen würde.

  • Vermutlich würde es dazu führen, dass Neugeborenengelbsucht erst bei der nächsten regulären U beim Kinderarzt festgestellt werden würde und man sich vorher fragt, warum das Kind so schlapp wird und nicht trinken möchte und anschließend eine deutlich längere Therapie notwendig sein wird, als bei einer früheren Erkennung.
  • Vermutlich würden Frauen schneller aufgeben, wenn das Stillen eben nicht reibungslos klappt.
  • Vermutlich würden Probleme bei der Rückbildung der Gebärmutter zu spät erkannt werden.

Ach und noch etwas: auch wenn ich hier nur über meine Nachsorgehebamme geschrieben habe, möchte ich nicht unerwähnt lassen, da dies ja häufig im Krankenhaus kritisiert wird: ich hatte bei allen drei Kindern jeweils eine andere Hebamme im Kreißsaal. Aber trotz der vielen Arbeit dort, hat mir keine der Drei je vermittelt keine Zeit für mich zu haben. Ich durfte jedes Mal entscheiden, ob ich sie bei mir haben möchte oder nicht. Und ohne ihre Komepetenzen, wäre Kind 1 vermutlich auf die letzten Meter ein Kaiserschnitt geworden, da wir von ihrer jahrelangen Erfahrungen profitierten.

Wir brauchen all unsere Hebammen. Und wir sollten eine Wahl haben.

Alles Liebe,
Tanja

 

 

 

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[Leben] Kinder haben ihren eigenen Kopf und ihre eigenen Bedürfnisse

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Oder sollte ich lieber sagen: Meine Kinder haben ihren eigenen Kopf und wir lassen Verallgemeinerungen mal außen vor. Unser ganzer Tag ist voll mit Bedürfnissen. Jeder hat Bedürfnisse. Die Kinder, wir, bis hin zu unseren Katzen. Fünf Menschen und zwei Tiere die etwas wollen, vielleicht sogar gleichzeitig (morgens nach dem Aufstehen ist das zumindest so). Die Katzen miauen, weil sie hungrig sind, die Kinder wollen Kakao, wir wollen Kaffee und das Baby? Das möchte eine frische Windel bekommen und anschließend gestillt werden.

Haben wir die erste Challenge am Tag erfolgreich gelöst, folgt die zweite sogleich. Eine Runde ins Badezimmer und anziehen. Die Sache mit dem Badezimmer klappt meistens recht flott, da Wasser im Spiel ist. Das lieben die Kinder und das funktioniert immer. Aber dann wird es kritisch.

Die Frage des Tages: Was zieht man nur an? Ich möchte nun betonen, dass die Mädchen sich abends bereits Sachen aussuchen und rauslegen, damit es morgens keine erweiterte Challenge gibt. Aber Kinder haben nun einmal ihren eigenen Kopf und so manches Mal, gefällt morgens die am Vorabend ausgesuchte Outfitwahl nicht. Ich kann euch nun grübeln sehen und denken hören. „Das sind Kinder und sie werden sich ja wohl irgendwas anziehen können.“ Da bin ich auch prinzipiell ganz bei euch. Allerdings lasse ich da wieder das Stichwort Bedürfnis einfließen und möchte kurz ausschweifen.

Bedürfnis: Wohlfühlen

Ihr zieht morgens eine Jeans an und fühlt euch überhaupt nicht wohl darin. Dann lasst ihr sie vermutlich nicht an, sondern sucht euch etwas anderes aus eurem Schrank raus, oder? Warum sollte ich also das Bedürfnis „Wohlfühlen“ bei meinen Kindern außen vor lassen, nur weil sie Kinder sind. Wenn also die am Vorabend ausgesuchte Hose unbequem ist, auch wenn ich nicht verstehen kann, was an einer gemütlichen Stoffhose unbequem sein soll, dann diskutiere ich das nicht aus. Dann wird die Hose wieder in den Schrank geräumt und etwas Neues wird ausgesucht.

Gerade die Große zieht eigentlich am Liebsten Kleider oder Streifenshirts mit Jeans an und sucht mittlerweile auch gerne mit ihre Kleidung aus. Das Kleid hier oben im Bild hat sie sich für ihren baldigen Geburtstag ausgesucht.  Die Kleine hatte nun ca ein Jahr lang ihre blaue Phase. Da musste einfach alles blau sein oder zumindest anteilig blau enthalten sein. Und wisst ihr was? Das ist ok. Ich habe auch meine Lieblingsfarben. So langsam wird sie da auch offener, gerade bei Oberteilen und Kleidern. Im Kindergarten in der Wechselschublade habe ich Sachen, die wir hier zu Hause nicht vermissen. Kürzlich musste sie ein neues Shirt anziehen. Was hat sie also zu Hause gemacht? Sie stiefelte zu ihrem Teil des Kleiderschranks und hat sich ein anderes Oberteil angezogen. Auf meine Nachfrage warum sagte sie: Das (und zeigte darauf) mag ich einfach nicht. Ich frage mich ja, ob das so ein Mädchen/Jungen Ding ist? Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie es bei unserem Sohn sein wird. Im Freundeskreis höre ich von Eltern mit Jungen jedenfalls, dass ihnen das meistens egal ist, was sie anziehen. Und auch da machen sich die Eltern durchaus Gedanken, wie sie den Schrank füllen und suchen schöne Dinge aus.

Bedürfnis: Idee umsetzen

Die nächste Challenge steht an, spulen wir nun etwas vor. Das Nachmittagsprogramm. Die Kinder haben das Bedürfnis malen zu wollen. Mit Wasserfarben. Ich helfe ihnen also am Tisch alles vorzubereiten. Nein. Auf gar keinen Fall soll es am Tisch sein. Sie wollen sich auf ein Kissen setzen und auf dem Boden malen. Also legen wir eine Malunterlage auf den Boden und sie können dort malen. Zufrieden malen sie eine ganze Weile. Warum hätte ich nun auf den Tisch bestehen sollen? Weil man das so macht? Nein, die Notwendigkeit seh ich nicht, wenn ausreichend Schutz für Haus und Hof gegeben ist. Denn so ist sowohl ihr Bedürfnis befriedigt als auch meines, hinterher nicht den Boden wischen zu müssen. 😉

Wollen wir noch weitergehen? Die Abendprogramm-Challenge? Abendbrot essen, Geschichte lesen, Schlafanzug anziehen und Zähne putzen. „Ich möchte aber noch ein Bisschen malen.“ „Mama? Kannst du bitte bitte noch eine Geschichte vorlesen?“ „Aber Mama, das ist jetzt gemein! Ich hab nur ein Buch ausgesucht, XX aber zwei.“ Untermalt von einem nun sehr müden Baby, was eigentlich gerne schlafen möchte und zwar ausnahmsweise im Liegen und nicht in der Trage. Und jetzt? Jetzt prasseln wieder viele Bedürfnisse aufeinander. Aber ich sage euch: Challenge accepted.

Mein Bedürfnis am Abend: Stille. Das vom Mann: Serien gucken. Nur weil also irgendwann die Kids im Bett sind, heißt es noch lange nicht, dass die Challenge beendet ist.

Wie ist es bei euch? Suchen eure Kinder alleine ihre Kleidung raus?

Alles Liebe,
Tanja

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[Leben] Ich bin müde. Das ist ok! – Einblicke ins Leben mit drei Kindern.

Das Schöne an den ersten Wochen mit Baby ist: Man ist in seiner Babyblase. Honeymoon mit Baby sozusagen. Die Hormonausschüttung lässt uns schweben, ehm ich meine natürlich das Baby. Stündliches nächtliches Stillen? Anstrengend ja, aber nicht so schlimm. Kenne ich bereits von unserer Großen. Dann ist das Baby gern mal nachts 2-3 Stunden wach? Schon kritischer, aber hey, das Baby ist doch so süß. Ist also nicht so schlimm. Dann kann man einfach noch mal mehr kuscheln. Und dann kommt der Tag der Tage.

Tschüss Honeymoon und hallo Realität

Der Blick in den Spiegel verrät: Du schläfst eindeutig zu wenig. Der Öffnungsgrad der Augen verrät exakt das Gleiche. Wo waren noch mal die Streichhölzer, um die Augen offen zu halten? Da ist sie. Die Realität hat uns eingeholt. Ein Baby, ein Kleinkind und ein „Wackelzahnpubertierendes“ Kind.

Das Baby braucht viel Nähe, sonst schreit es.
Das Kleinkind braucht viel Aufmerksamkeit, sonst schreit es. 
Das Schulkind hat gerade sowieso immer Recht, ansonsten schreit es. 

Klingt anstrengend? Ist auch anstrengend. Aber eben auch einfach vollkommen normal. So toll die Mädels sich auch auf ihren Bruder eingelassen haben, so haben sie aber natürlich ihre eigenen Bedürfnisse. Sie möchten nicht mehrfach am Tag hören: „Warte kurz, ich muss gerade den Löwenjungen stillen, beruhigen, zum Schlafen bringen etc.“ Das Baby möchte aber auch nicht warten, sonst schreit es noch mehr, als schon mit voller Aufmerksamkeit und zwar ausdauernd. Ein Spagat, der vermutlich immer einer bleibt, nur irgendwann ist man eben trainierter. Ich muss eindeutig noch ins Sondertraining und an meinen Skills arbeiten, alles unter einen Hut zu bekommen.

Aber vor allen Dingen muss ich eins: einsehen und akzeptieren, dass es vollkommen in Ordnung ist zu sagen: Ja verdammt, ich bin müde. Und damit meine ich müde müde. Weil stündliches nächtliches Trinken, manchmal auch zweistündlich, das ist einfach anstrengend. Auch wenn man eigentlich sofort weiterschläft, aber geweckt wurde man dennoch. Nachts das Baby tragen und wiegen und besingen, wenn alle anderen Menschen schlafen ist auch anstrengend und macht müde. Schön ist immer das Gefühl, wenn man sich wieder mit dem Löwenjungen ins Bett kuscheln kann, weil er dann doch wieder eingeschlafen ist.

Piep piep piep!

Und dann piept die Realität schon wieder. Der Wecker fürs Schulkind klingelt. Wer schläft jetzt weiter? Das Baby. Also stehen die Mädels und ich auf, die Morgenroutine läuft und alles wird im Automatikmodus erledigt. Aber was mache ich dann mit dem schlafenden Baby? Ich kann euch eins verraten: Tagsüber ist liegend schlafen nicht denkbar, da funktioniert nur die Trage, wahlweise das Tuch. Schnapp ich mir morgens also den kleinen schlafenden Mann und kuschle ihn an mich ins vorgebundene Tuch, dürft ihr drei Mal raten, wer dann laustark protestiert. Hilft aber alles nichts. Irgendwie müssen wir dann alle dadurch.

Bedürfnisorientiert?

Ja, irgendwie schon. Aber eben nicht mal drei. Und auch das ist ok. Schließlich ist unser Löwenjunge nicht mal drei Monate alt, das Schulkind gerade erst eine Woche in der Schule. Das wird sich alles einpendeln, irgendwann. Vielleicht bin ich dann auch nicht mehr so müde?

Versteht diesen Text nicht als Beschwerde, denn das ist so nicht gedacht. Viel mehr möchte ich euch sagen: es ist irre, was man alles mit Baby schafft. Kein Wunder, dass man irgendwann müde ist, oder? Seid stolz auf euch.

Alles Liebe,
Tanja

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[Leben] Die Welt mit Kinderaugen entdecken – Lego Duplo Toddler Truth Kampagne

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Wenn man mit einem Kind spazieren geht, dann braucht man für den Weg doch erstaunlich lange. Was Kinder unterwegs alles entdecken, ist faszinierend. Sie haben einen ganz anderen Blick als wir und nehmen Dinge, die für uns Nebensächlichkeiten sind, viel bewusster wahr und stoßen uns noch einmal mit der Nase drauf. Hier ein Marienkäfer, da ein wunderschönes Gänseblümchen  und dort ist doch ein wunderschönes Blatt. Wer kennt es nicht?

Was genau ist denn die Toddler Truth Kampagne?

Unsere Kids wurden von Lego Duplo mit einer Kinderkamera ausgestattet und haben fleißig alles fotografiert, was nicht schnell genug vor der Linse ausweichen konnte. Das war nämlich die Aufgabenstellung. Was genau knipsen die Kinder und was genau sehen Kinderaugen denn, wenn sie mit der Kamera losmarschieren. Ich sag mal so: 60% der Fotos sind von ihrem kleinen Bruder. Die kann ich euch nicht zeigen, da sie fast ausschließlich sein niedliches Gesicht geknipst haben. 20% der Bilder waren Selfies, die sie mal einzeln, mal zu zweit machten. Da bleibt nicht mehr so viel übrig. Ich zeige euch also die restlichen Fotos, die die Kleine geknipst hat, mit ihren Kommentaren dazu in der Bildunterschrift.

„Das find ich süß, weil sie da kuscheln“
„Mogli möchte vielleicht auch Bobbi Car fahren“
„Ich mag das Foto, weil man sieht, dass unsere Katze laufen kann.“

Sie fand es ziemlich spannend die Katzen zu fotografieren. Die Kombi aus „schlechter“ Kamera und schnellen Katzen, ergibt nicht die besten Bilder. Aber darum soll es ja auch gar nicht gehen. Ich fand es toll zu sehen, dass sie entweder ihre Geschwister, oder die Katzen fotografierte, hingegen aber keine  Gegenstände. Sie sagte, sie wollte alles auf den Fotos haben, was sie nicht immer dabeihaben kann. Aus Kindersicht und somit mit Kinderaugen betrachtet, eine vollkommen plausible Erklärung.

Denken wir mal an Instagram und Co, wo gerne mal die „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ Mentalität herrscht, finde ich die Erklärung noch viel schöner.

Auch ihr könnt Teil der Toddler Truth Kampagne sein. Dazu könnt ihr auf Instagram Fotos, die eure Kids geknipst haben, hochladen und mit dem Hashtag #abenteuerkleinkind versehen.

Gewinnspiel

Ich habe für euch aber auch noch etwas. Und zwar möchte ich ein Lego Duplo Set verlosen. Genaugenommen das Familienhaus.

Die Teilnahmebedingungen sind ganz einfach:

  • ihr wohnt in D-A-CH?
  • ihr seid mindestens 18 Jahre alt?
  • schreibt mir einen Kommentar zur Teilnahme, welcher Moment euch mit euren Kids, Enkelkindern, Neffen, Nichten usw. bewusst macht, dass mit Kinderaugen einfach alles anders aussieht.
  • vergesst in euren Kommentaren, im dafür passenden Feld nicht eure Emailadresse.
  • Das Gewinnspiel läuft bis zum 10.09.2017 22 Uhr.

Ich drücke euch die Daumen. Und manchmal sollten wir alle mehr mit Kinderaugen den Tag bestreiten.

Alles Liebe, Tanja

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[Leben] Schreistunde am Abend – keine Seltenheit bei Babys

Zwischen 19 und 20 Uhr beginnt sie – die Schreistunde. Manchmal geht es auch länger als 60 Minuten. Auch beim dritten Kind wiege ich abends im dunklen Schlafzimmer mein Baby und halte das Schreien aus. Es heißt, wenn der Tag besonders aufwühlend war, gibt es in den ersten drei Monaten häufig die Schreistunde bei Babys.

Er möchte trinken und dann wieder nicht. Er weint und schreit bitterlich und ich halte ihn. Aber es wird kaum besser. Nicht im Tragetuch, nicht in der Trage und nicht, wenn wir einfach nur ganz eng zusammen liegen und kuscheln. Meiner Erfahrung nach macht es wenig Sinn zu viele Sachen auszuprobieren. Ich habe es von Abend zu Abend ausgetestet. Was noch am Besten funktioniert ist das Pucken.

Was gibt es beim Pucken zu beachten und was ist das eigentlich?

Klassischerweise wendet man das Pucken an, um den Moro-Reflex beim Baby nicht auszulösen. Denn oft werden die Babys in den ersten Wochen ihres Lebens davon wach. Die Enge, die beim Einwickeln des Babys erzeugt wird, wird von vielen Babys gemocht. Mittlerweile gibt es Pucksäcke, wir nutzen allerdings einfach die großen Musselintücher. Wichtig beim Pucken ist, dass man natürlich nicht zu eng wickelt und darauf achtet, dass das Baby nicht überhitzt. Außerdem sollte man es nur anwenden, wenn es um das Thema schlafen geht und nicht in den Wachphasen des Babys. 

Was mache ich also nun abends, wenn sich die Schreistunde ankündigt?

  • Ich achte auf Signale (er wird sehr fahrig) des Löwenjungen und versuche ihn bereits dort abzuholen, wo er sich gerade befindet, was die Gefühlslage und den Müdigkeitszustand betrifft, bevor er zu Schreien beginnt.
  • Ich pucke ihn und kann sofort spüren, wie sich seine vorher schneller gewordene Atmung beruhigt.
  • Dennoch bleibt es nicht aus, dass er während des Stillens anfängt zu schreien. Aber es läuft gepuckt etwas kontrollierter ab.
  • Ich halte ihn, wiege ihn, mache teilweise „sch-Laute“ und versuche selbst ruhig und halbwegs entspannt dabei zu bleiben. Auch wenn ich manchmal am Liebsten mitweinen würde.
  • Irgendwann schläft er ein, meistens nach 50-80 Minuten.

Wieso machen Babys das?

Es gibt verschiedene Theorien, wieso es zur Schreistunde kommt. Zum Einen sagt man, schreien sie sich Klassischerweise den Tag von der Seele. Zu viele Eindrücke, zu häufig über den Punkt beim Einschlafen gewesen und es spitzt sich zu. Oft kommen gegen Abend auch die Bauchschmerzen mehr zu Vorschein. Aber ich unterstütze eher die Theorie neben der Überreizung, dass es sowieso kommt, egal wie ruhig man den Tag gestaltet. Und mit einem Mal wird es aufhören. Also bleibt es nur zu akzeptieren, dass es schlichtweg einfach so ist. Ich glaube manchmal braucht es keine Gründe, sondern einfach nur Arme, die auffangen. So fange ich den kleinen Löwenjungen auf und mich anschließend mein Mann.

Was habt ihr gemacht, wenn euer Baby am Abend seine Schreistunde hatte?

Alles Liebe,
Tanja

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[Leben] das Leben mit Baby und Kind – ein großer Meilenstein jagt den nächsten

Es ist ganz still. Alle schlafen. Das Einzige was ich hören kann, ist wie mein Sohn atmet. Ein Meilenstein in seinem jungen Leben, wenn man bedenkt, dass er zu Beginn dahingehend Hilfe brauchte. Ganz friedlich schläft er und manchmal, da lächelt er im Schlaf. Ich schaue ihn so gerne an, zufrieden ist er dann. So zufrieden.

Ich kann nicht schlafen, meine Gedanken kreisen. Es passiert gerade so viel, dass ich mich neu sortieren muss. Mein Mädchen kommt in die Schule, mein kleines Mädchen geht von nun an „alleine“ in den Kindergarten und mein jüngstes Kind ist fast 11 Wochen alt. Jeden Tag lernen sie so viel Neues. Alle Drei. Wir Eltern lernen so viel Neues mit und von unseren Kindern. Kein Tag gleicht dem Anderen, selbst wenn eine Alltagsroutine da ist.

Bei Babys kann man jeden einzelnen noch so kleinen Meilenstein ganz anders wahrnehmen. Bei Babys hat man fast das Gefühl, jemand würde vorspulen, weil alles so schnell geht. 11 Wochen sollen es nun bald schon sein. 11 Wochen mit allen Stimmungslagen.

1 Woche alt, steht auf der Karte. Was für ein Meileinstein. Denke ich daran, wo mein kleiner Löwenjunge 1 Woche alt war, dann werde ich ganz andächtig. Denn tatsächlich war das der erste Tag, an dem wir gemeinsam morgens zu Hause aufwachen konnten und dem Krankenhaus den Rücken kehrten. Schaue ich mir nun das Foto an, dann sehe ich da so viel mehr, als „nur“ meinen Buben und die Karte mit der 1. So geht es mir auch bei allen anderen Fotos. Allerdings sind die Erinnerungen auch noch sehr frisch. Später sind sie eine gute Gedächtnisstütze. Ihr kennt vermutlich diese Momente, wo ihr überlegt wie alt euer Kind zu dem Zeitpunkt gewesen ist. Besonders bei Babyfotos.

Meilensteine begleiten uns im Alltag

Als ich vor ein paar Wochen mit unserer großen Tochter bei der Schuluntersuchung war, da wurde ich nämlich genau nach so etwas gefragt. Wann hat sie ihr erstes Wort gesprochen? Wann hat sie laufen gelernt? Wann sprach sie ihren ersten Satz? Die Frage mit dem Laufen konnte ich flott beantworten. Aber bei den anderen Fragen musste ich doch sehr stark überlegen. Denn heute spricht sie wie ein Wasserfall und es tut fast nichts zur Sache, wann sie zum ersten mal Mama sagte. Denn heute sagt sie sehr häufig. Damals war das ein riesengroßer Schritt. Ein Meilenstein in ihrem Leben.

Rückblickend fände ich es schön, von den Mädchen auch solche Fotos zu haben. Es ist einfach ein schöner Zusatz in der schnellen Entwicklung unserer Kinder, insbesondere von unseren Babys.

Alles Liebe,
Tanja

Diese wunderschönen Meileinstein Karten wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt und ich dachte sie passen ganz wunderbar zu diesem Text.

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[Leben] Geschenke für die Freundin?

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Geschenke für die Freundin zu finden, ist nicht immer leicht. Ich finde es ist einfach mittlerweile so, dass die meisten Dinge eben selbst gekauft werden. Man wird je älter man wird, zum eigenen Wunscherfüller. Hinzu kommt, wir alle haben Kids und die Prioritäten haben sich verschoben. Nichtsdestotrotz freut man sich doch auch mal über eine Aufmerksamkeit, oder?

Als ich im Onlineshop von Radbag stöberte, bin ich über ein paar Sachen gestolpert, wonach ich vermutlich nie gesucht hätte. Bei diesem Poster musste ich direkt an Märry denken. Ich kenne keine andere Freundin von mir, die so sehr Fleisch liebt. Bei der Flamingo Gießkanne denke ich automatisch an meine andere Freundin, hätte sonst aber wohl nie darüber nachgedacht, ob es wohl Gießkannen in der Form eines Flamingos gibt. Vermutlich gehören all diese Sachen zur Sorte: niemand braucht sie so wirklich, aber alle wollen sie! Aber sind das nicht genau die Sachen, über die man sich auch einfach freut, weil sich der Schenkende mit den Vorlieben des Anderen auseinandergesetzt hat und man sich selber meistens genau so etwas nicht kaufen würde?

Denke ich aber an all meine Freundinnen, dann denke ich an Kaffee. Denn wenn wir bei einem Kaffee zusammen sitzen, dann ist das Qualitytime vom Feinsten. Seele baumeln lassen, über Gott und die Welt reden -Freundin eben. Als ich also überlegte, welches Geschenk, abgesehen vom Design, allen Freundinnen gefallen würde, da entschied ich mich für einen Kaffeebecher. Denn erstens: Man kann gar nicht genug davon haben. Und zweitens: ich bekam bereits Kaffeebecher geschenkt und wenn ich mir morgens einen Becher aussuche, dann denke ich direkt an die schenkende Person und freue mich.  Mit diesem Gedanken würde ich also ebenso gerne etwas verschenken. Der Becher steht schließlich nur symbolisch für die sonst so schöne Zeit.

Vielleicht seht ihr ja auch etwas und habt spontan Lust, eurer Freundin eine Freude zu machen. Warum auf einen bestimmten Tag warten?

Alles Liebe,
Tanja

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[Leben] Ein Brief ans baldige Schulkind

Mein geliebtes Mädchen.

Du zählst die Tage runter, tagtäglich. Acht sind es noch. In acht Tagen bist du ein Schulkind. Mein Schulkind. Vielleicht findest du bis dahin deine Ohren wieder, die hast du nämlich scheinbar gerade irgendwo verloren…

Du hast dir schon vor langer Zeit ein Kleid ausgesucht und guckst es dir nun wieder jeden Tag an. Außerdem wackelst du immer wenn ich dich ansehe – das tue ich sehr oft – an deinen vielen Wackelzähnen, weil du dir so sehr wünschst, an deiner Einschulung eine Zahnlücke zu haben.

Gestern Abend saß ich im Wohnzimmer. Ihr Kinder habt geschlafen und ich hätte mich einfach ausruhen können. Aber ich wollte sicher sein, dass für die Schule auch alles fertig ist. Also saß ich da und haben jeden einzelnen Stift mit einem Namensetikett versehen und dieses noch einmal extra gut angedrückt, damit auch alles wirklich gut hält. Schließlich soll doch alles richtig sein. In Wahrheit hielt ich mich wohl extra lange an jedem Stift fest, damit ich es immer mehr begreifen kann. Mehr kann ich nicht mehr machen, außer dafür zu sorgen, dass deine Sachen alle zusammen sind und dir sagen, dass du ein großartiges Mädchen bist.

Heute sagt man so schön: sei wie Pippi, nicht wie Annika. Aber weißt du, ich wünsche mir eigentlich nur, dass du so bist wie du bist – mit Ohren und mit deinem Sturkopf. Denn den hattest du schon immer. Man muss keine Ronja Räubertochter sein und auch keine Prinzessin. Du musst an dich glauben und daran, dass du alles schaffen kannst. Ich weiß das. Du gehst bald ein Stück weit mehr deinen eigenen Weg. Vielleicht nicht wie mit drei Jahren, mit Mütze im Hochsommer, aber stilecht nach deinem Geschmack.

Als wir über die Einschulung sprachen und ich erwähnte, dass ich Taschentücher einpacken muss, sagtest du mir: Mama! Nicht weinen. Das ist peinlich. Die Schule ist doch schön.

Recht hast du. Es liegt etwas Schönes vor dir, aber lass dir gesagt sein: Tränen sind niemals peinlich und dürfen immer sein. Du, mein großes Kind hast mich vor bald sechs Jahren zur Mutter gemacht und nie hätte ich mir träumen lassen, dass das der anstrengendste und zugleich schönste Job der Welt ist, den man haben kann.

 

Also mein Mädchen. Öffne deine Flügel und erobere die Schule. Ich bin unendlich stolz und stehe an deiner Seite.

Deine Mama

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[Leben] Wie ist es denn so zu Fünft? Das Leben mit Baby.

Wie ist es denn so zu Fünft?, werde ich häufig gefragt. Nicht nur hier von euch, sondern auch im Alltag. Die kurze knappe Antwort ist meistens:
Schön ist es. Anstrengend aber schön.

Und wenn ich ausholen möchte, dann sage ich Folgendes:

Es ist schön. Anstrengend aber schön. Und manchmal ist es ganz schön schwierig. Da sind Bedürfnisse die gestillt werden möchten und der Spagat im Alltag, der hingelegt werden muss. Der Kleine weint sehr sehr schnell, in seinen kurzen Wachphasen und schläft meistens nur in der Trage wieder ein. Hinsetzen kann ich mich dann nur schwer (im Tragetuch ist es nicht anders, alles schon getestet) und ich werde hier sehr erfinderisch, wenn es darum geht, den Mädchen vorzulesen. Klar, könnten sie warten oder etwas anderes machen. Aber das tun sie schon ganz schön viel. Also muss man sehen wo jeder bleibt. Aber wir kriegen das glaube ich alles ganz gut hin. Zum Beispiel setzen sie sich auf die Fensterbank. Dann können sie nämlich prima ins Buch gucken und ich lese ihnen eben im Stehen vor. Und für Ausflüge nach draußen ist die Trage natürlich sehr sehr praktisch. Versteht mich nicht falsch, ich liebe es sehr zu tragen. Aber wenn man eben nicht die Wahl hat, ist es manchmal eben schwierig.

Es geht also alles. Wenn ich aber in den gerade 9 Wochen eines gelernt habe: Die eigene Messlatte sollte nicht zu hoch hängen, auch als Mama hat man plötzlich keine Superkräfte oder keine 8 Arme. Für mich ist das Schwierigste, aber genau das zu sehen. Ihr dürft mir glauben, dass das, was jetzt so locker zu lesen ist, aber für die ein oder andere Träne bei mir gesorgt hat, nicht zuletzt weil mir der kleine Mann einfach Leid tut, was er schon alles mitmachen musste.

Wir Fünf sind ein tolles Team und haben uns ziemlich schnell in unsere neuen Rollen eingefunden. Die Kitaferien sind natürlich direkt eine große Probe, sind aber für die Rollenfindung auch sehr hilfreich gewesen, auch wenn sie nicht den normalen Alltag widerspiegeln, da ein ganz anderer Rhythmus herrscht und mein Mann auch gerade Urlaub hat und fast alles übernimmt was anfällt. Aber wenn wir das jetzt gut hinbekommen, werden wir den ganz normalen Alltagswahnsinn auch rocken. Ich glaube ja, man wächst mit seinen Aufgaben, was sehr nach einer Floskel klingt, aber genauso ist es.

Das Allerwichtigste ist aber, dass wir Fünf zusammenhalten, wir zusammen lachen und manchmal eben auch weinen. Wir Fünf sind noch enger zusammengerückt und der leere Platz, von dem wir nicht wussten, dass er wirklich existiert, ist gefüllt. Wir Fünf schlafen manchmal alle zu wenig, die beiden Mädchen sind auf einen Schlag größer geworden, und wir als Eltern staunen täglich darüber.

Aber fragt mich doch noch einmal in ein paar Wochen. Vielleicht sage ich dann etwas Anderes. Zumindest hoffe ich, dass ich nicht mehr schreiben werde, dass der kleine Löwenjunge viel weint, sondern viel fröhlicher ist

Und ansonsten ist das hier eben der ganz normale Alltagswahnsinn einer Familie. Chaos, spielen, vorlesen, puzzeln, zanken, schlichten, streiten und versöhnen und ganz ganz viel Liebe.

Alles Liebe,
Tanja

(geschrieben, stehend mit Trage und Baby drin, mit Laptop auf dem Wickeltisch, da so die richtige Höhe zum Schreiben gegeben ist, mitten aus dem Herzen, denn es musste mal raus.)

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