[Leben] Schwangerschaftskolumne – der sechste Monat ist vorbei

Die Zeit vergeht wie im Flug, oder? Schon bin ich im siebten Monat schwanger. Aber wie war denn eigentlich der sechste Monat? Gab es etwas Besonderes?

Das große Organscreening

Wir entschieden uns auch dieses Mal dafür, wieder das Organscreening machen zu lassen, da uns aus familiären Gründen, was verschiedene Anamnesen verschiedener Familienmitglieder betrifft, wohler damit ist. Aber auch bei unserem dritten Kind ist man uns wohlgesonnen und wir durften den Satz hören: „Außer einem sehr sehr agilen Kind, kann ich hier nichts feststellen.“ Ihr glaubt nicht, wie erleichtert ich nach diesem Termin war, zu hören, dass mit dem Herzchen alles gut ist (was mir bei jeder Schwangerschaft immer etwas Kummer bereitet). Zu hören, dass der Bub agil ist, finde ich auch schön zu hören, da ich eine Vorderwandplazenta habe und nicht viel mitbekomme. Bei den regulären Terminen bei meiner Ärztin schläft er auch meistens oder ist zumindest relativ ruhig. So war es aber witzig zu sehen, wie er durch den Bauch geturnt ist, ohne das ich etwas davon spüre. Kenne ich von meinen Mädchen ganz ganz anders. Aber abends in Ruhe, spüre ich ein leichtes Anklopfen oder einen fiesen Tritt in die Blase. Also alles in Butter. 😉

Neuanschaffungen?

Ich habe mir noch ein Umstandsshirt gekauft und nutze sonst ganz viel Kilenda. So kann ich öfter mal was Neues anziehen und fühle mich nicht so schnell gelangweilt von der doch sehr kleinen Auswahl hier zu Hause. Der Bub ist quasi ausgestattet, dank meiner Freundinnen. Ich habe bisher noch nicht ein Teil selbst neu gekauft, sondern nur abgekauft. Ansonsten kommen immer mal Päckchen an, mit kleinen Geschenken für den Sprössling, worüber ich mich sehr freue.

Meine Wickelplatzidee aus dem letzten Blogpost habe ich etwas verworfen. Es soll doch nicht nur ein wegklappbares Regal werden. Wir brauchen doch mehr Stauraum für die Kleidung von dem kleinen Herrn. Die Aufteilung im Kleiderschrank wird sonst schwierig und ich möchte es den Mädchen nicht nehmen, dass sie sich selbst ihre Kleidung aus dem Schrank herausnehmen können. Also muss ich nun neu schauen und gucken, was mir so gefällt.

Wie gehts mir?

Alles in allem kann ich weiterhin sagen, dass es mir sehr gut geht, mit der Ausnahme von zwei bis drei Tagen. Da habe ich aber wohl einfach zu viel gemacht und die Quittung kam prompt. Seitdem achte ich noch bewusster darauf, wenn ich Pausen einlege, dass ich dann auch mehr oder weniger liege und nicht nur auf einem Stuhl sitze, um mich komplett zu entlasten.

Die Müdigkeit bleibt wohl ein Dauerbegleiter, das Schuhe schnüren wird langsam beschwerlicher und das Gewicht geht langsam doch mal in die Höhe, was ich aber auch an meinem Gesicht sehe. Das wird dann nämlich immer noch etwas rundlicher. 😉 Aber es gibt durchaus schlimmere Dinge.

Alles Liebe,
Tanja

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[Leben] Schwangerschaftskolumne – der vierte Monat mit Baby im Bauch

Der vierte Monat mit Baby im Bauch ist fast vorüber und ich muss sagen: ich bin richtig gerne schwanger. Auch wenn es mal die ein oder anderen Dinge gibt, die mir den Alltag etwas erschweren. Zum Beispiel merke ich aktuell sehr, wie sich scheinbar alles lockert, dehnt und wächst. Das beschert mir Rückenschmerzen und ich merke dies bei jedem Schritt. Aber eine Nacht drüber geschlafen, ist auch das wieder besser. Wobei ich zugeben muss: im ersten Moment verunsichert es mich je nach Schmerzstärke. Aber wahrscheinlich nimmt das von Schwangerschaft zu Schwangerschaft auch einfach zu. Außerdem habe im Moment wirklich viele Unreinheiten im Gesicht, zum Teil auch wirklich schmerzhaft. Aber ganz ehrlich? Ich kann total gut damit leben und solange das meine einzigen Wehwehchen sind, bin ich absolut dankbar. Es gibt wahrlich Schlimmeres.

Aus heiterem Himmel weinen?

So langsam übermannt mich manchmal diese urplötzliche Emotionalität wegen Belanglosigkeiten. Meistens lache ich schon zeitgleich über mich selbst, wenn ich da stehe, mit Tränen in den Augen, nur weil die Milch leer ist und ich keine Cornflakes essen kann. Also lacht ruhig. Ich tue es auch. 😉 Bei der Kleinen war es die Merci Werbung, die mich zum Weinen brachte. Aber auch das gehört dazu und ich kann gut damit umgehen.

Aber an sich fühle ich mich total wohl, freue mich das Baby zu spüren, habe mir ein paar Schwangerschaftsoberteile bestellt und bin total guter Dinge, dass sich dieses Mal alles viel entspannter entwickelt. Ich wünsche es mir zumindest sehr.

Mein Bauch hat meiner Meinung nach nicht viel an Größe zugenommen, aber hier könnt ihr selber vergleichen. *klick*

Wird das Baby wohl ein Mädchen oder ein Junge?

In zwei Wochen habe ich meinen nächsten Termin bei meiner Ärztin und ich bin gespannt, ob wir dann erfahren, ob das Baby ein Mädchen oder ein Junge wird, da es ganz schön schwierig ist, schöne neutrale Babykleidung zu finden. Und für den Anfang benötigen wir auf jeden Fall ein paar Sachen. Schließlich möchte ich nicht hoffen, dass Größe 46, die die Kleine zu Beginn trug, passend ist. Und von der Großen haben wir keine Erstlingsausstattung mehr.

Die Sache mit dem Gewicht

Mein Startgewicht in dieser Schwangerschaft war 5kg höher, als es bei der Großen war und 3 kg höher, als bei der Kleinen. Dafür, vergleiche ich nun in den Mutterpässen den Verlauf, ist die Zunahme aktuell langsamer, als in den anderen Schwangerschaften. Mal sehen wo das hinführt. Ich achte nicht sonderlich drauf was ich esse. Wenn ich Lust auf Schokolade habe, dann wird sie auch gegessen. Sonst ist das wie mit den rosa Elefanten. Man soll nicht an sie denken und kann natürlich keine anderen Gedanken fassen.

Auto? Wickeltisch? Kinderwagen?

Unsere Pläne für manche Dinge werden immer konkreter, ein paar Autos sind in der engeren Auswahl und werden demnächst mal von uns Probe gefahren. Es macht mir total großen Spaß, mich damit zu beschäftigen, Pläne zu schmieden, für uns, unsere Familie. Ebenso werden Kinderwagenpläne konkreter. Wo ich noch nach einer guten Lösung suche, das ist das Thema Wickeltisch. Ich hätte am Liebsten einen, der sich in Luft auflöst, wenn wir ihn nicht brauchen. Naja, so ungefähr zumindest. 😉 Vielleicht finde ich eine schöne Lösung zum Hochklappen, die aber keine wackelige Angelegenheit ist. Wir brauchen nämlich nicht diese typische Kommode mit Stauraum, weil der Kleiderschrank im Kinderzimmer groß genug ist. Wenn ihr dazu Ideen habt, schreibt mir doch gern etwas dazu in die Kommentare.

Alles Liebe,
Tanja

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[Leben] Das Geschlecht des Babys – Warum ist dieser Faktor so wichtig?

Erfährt man von einer Schwangerschaft, ist oft die erste Frage: Und? Weißt du schon was es wird? Ich finde es auch spannend, aber was ist daran eigentlich so wichtig? Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken dazu gemacht. Denn als ich von der Schwangerschaft mit unserem dritten Baby erfuhr, der Test positiv war, überlegte ich zuerst nicht wissen zu wollen, welches Geschlecht das Baby haben wird. Wieso und weshalb, das werde ich euch nun mal genauer erzählen.

Das große Rätsel rund um das Geschlecht des Babys

Als ich mit unserer Großen schwanger war, war es das erste Mal, zumindest seit der Fehlgeburt. Es war aufregend, von Ängsten geprägt, aus Sorge die ersten 12 Wochen wieder nicht zu überstehen. Ich hatte das Gefühl, wenn ich endlich wüsste, welches Geschlecht das Baby hat, dann könnte ich noch einen näheren Bezug herstellen. So kann man sich wirklich auf einen Namen einlassen und das Baby mit Namen ansprechen. Für mich war es ein großer Zauber und es war mir herzlich egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen werden sollte. Ich wollte einfach nur etwas wissen, um es für mich greifbarer zu machen. An der Liebe, die ich bis dahin spürte, änderte das absolut nichts. Ich hatte kein Wunschgeschlecht, nie die Vorstellung unbedingt einen Jungen oder ein Mädchen bekommen zu wollen. Als wir dann beim großen Organschall in der 22. Woche erfuhren, dass wir ein Mädchen erwarten, war ich sehr selig. Meine Vorstellungskraft brauchte das und es hat mir geholfen, in der Zeit des Liegens, alles gut durchzustehen. Ich sprach mit ihr. Nicht anders als zuvor, doch ich hatte das Gefühl nun ist es noch einmal direkter. Klingt ziemlich verrückt, ich weiß.

                                                               Urheberrecht: Golubovy/Shutterstock

Noch ein Mädchen und doch ist alles anders

Während der Schwangerschaft mit der Kleinen verging die Zeit wie im Flug. Ich wusste nicht mehr auf den Tag genau, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten war, wenn man fragte, wie weit ich denn sei. Als Antwort musste stets die Wochenanzahl reichen. Vom Gefühl her war alles anders. Ich fühlte mich anders und dachte, dass es vielleicht daran liegt, dass es dieses Mal ein Junge werden würde. Da wir zu diesem Zeitpunkt davon ausgingen, dass wir zwei Kinder haben möchten, dachte ich: Jetzt noch ein Junge wäre auch schön, dann dürfte ich die Erfahrung machen, wie es mit einem Mädchen und mit einem Jungen ist. Aber es hatte für mich keine Priorität, da auch dieses Mal wieder Sorgen mitschwangen und der altbekannte Satz „Hauptsache das Baby ist gesund“ immer wichtiger war. Als uns gesagt wurde, dass auch dieses Baby ein Mädchen wird, weiß ich, dass ich einmal schlucken musste und mich dann genauso freute, wie auch bei unserer Großen. Und ich habe mich deswegen schrecklich gefühlt. Dies war allein dessen geschuldet, dass ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, wie es sein könnte oder vielleicht schön wäre (Erfahrungen sammeln können, unterschiedlicher Geschlechter als Kinder). Als dann unsere Kleine auf die Welt kam, war sie so anders als die Große. Und auch heute noch sind die Zwei unzertrennlich, aber unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Klein E. ist auf Dinge raufgeklettert, da konnte sie noch lange nicht laufen, wie sie runterkommen sollte, wusste sie natürlich nicht. Aber das war egal. Da ist sie bis heute sehr furchtlos, aber nie unvorsichtig. Sie spielt unfassbar gerne mit Autos, trägt am Liebsten blau, keine Zöpfe und bloß keine Kleider. Hier gibts auch Ausnahmen, die sind aber wirklich selten. Es ist eben keine Geschlechterfrage, es ist eine Typfrage. Und diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass es vielleicht in Ordnung ist Wünsche zu haben, aber man muss sich dessen total bewusst sein, dass man anschließend nicht in eine Enttäuschung reinschlittert. Das ist schließlich kein Wunschkonzert.

„Wir wünschen euch, es wird nun endlich ein Junge“

In der jetzigen Schwangerschaft wollte ich das Geschlecht zuerst nicht erfahren. Nun bin ich aber doch sehr neugierig. Genauso wie viele andere Menschen, die uns endlich einen Jungen wünschen und hoffen, es würde nicht wieder ein Mädchen. Gut, dass dies ungefragt von Menschen an einen herangetragen wird. Ich würde es sehr gerne erfahren. Ich ertappe mich dabei darüber nachzudenken, was wäre es wäre nun ein Junge? Wie wäre das? Bin ich eine Mädchenmama? Aber dann sehe ich meine zwei wunderschönen Mädchen an. Meine kleine Rabaukin und ihre große Schwester, die fast ausschließlich Kleider tragen möchte und ihre Puppen bemuttert. Ich bin keine Mädchenmama. Ich bin eine Mama und gehe individuell auf die Bedürfnisse meiner Kinder ein. Sie werden in keine Rollen gedrückt, dürfen sich frei entfalten und mit den Sachen spielen, wie sie es gerne möchten und es ist egal, ob es da um eine Genderfrage geht.

Welches Geschlecht das Baby in meinem Bauch haben wird?
Junge oder Mädchen? Wer weiß das schon?
Und das Schöne ist: Es ist total egal!

 

Habt ihr euch das Geschlecht des Babys verraten lassen?
Hattet ihr ein Wunschgeschlecht?

Alles Liebe,
Tanja

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[Leben] Schwangerschaftskolumne #1 – die ersten drei Monate – dieses Mal wird alles anders

Diesen Gedanken hatte ich zumindest, als sich der zweite Strich ganz vorsichtig auf dem Teststreifen zeigte, neben der riesengroßen Freude. Ich möchte bewusst mehr Rücksicht auf mich nehmen, möchte meine Hebamme dieses Mal auch schon während der Schwangerschaft mit einbeziehen. Warum? Das lest ihr heute, im ersten Schwangerschaftsupdate. Wenn ihr also Lust habt, mich auf der spannenden Reise zu begleiten, dann lade ich euch hiermit sehr herzlich dazu ein.

Dieses Mal wird alles anders

Die letzten beiden Schwangerschaften waren turbulent, geprägt von Ängsten und Sorgen. Auch jetzt habe ich das im Hinterkopf, dass es sein könnte, ich muss deutlich auf das Bremspedal treten. Aber ich habe gleichzeitig die Sorge, wenn ich mich mit der Angst zu sehr belaste, dass mir das erst Recht schaden würde. Also startet ein neues Kapitel, ein Neuanfang, ein Umdenken. Ich möchte sorglos, dennoch achtsam durch diese Zeit gehen, dieses Abenteuer bestreiten und wenn ich mal vom Weg abkomme, mich daran erinnern, was ich mir am Anfang versprochen habe: „Du hörst auf dich und dein Gefühl!

Die letzten beiden Schwangerschaften waren durch und durch von Medizin geprägt. Durch die Vorbelastung und die später entstandenen Sorgen, habe ich mich daran festgehalten, was vielen erst Recht Angst einjagt, mir aber Sicherheit geboten hat, da es mir vertraut ist: die Medizin. Der 99. Ultraschall (ich hoffe ihr wisst, ich übertreibe) ließ mich durchschnaufen (beim 1. Kind). Das ist der Grund warum ich mich dieses Mal mit von meiner wirklich tollen Hebamme auch durch die Schwangerschaft begleiten lassen möchte. Sie akzeptiert meine Meinung und ist nicht zu alternativ. Sie war schon bei den Mädchen meine Nachsorgehebamme und ich bin wirklich glücklich, dass sie mich auch jetzt begleiten wird. Sie strahlt so eine Ruhe aus und ist unwahrscheinlich lieb, außerdem vertraue ich ihr. Arztbesuche bleiben nicht aus, das möchte ich auch nicht, da bin ich gar nicht der Typ für. Aber eine gelungene Kombination halte ich für sehr sinnvoll.

Ich war übrigens kurz der Auffassung, als der zweite Strich auf dem Test erschien, dass ich dieses Mal nicht wissen möchte was es wird. Ich, Frau Neugier. Als ich dann aber das kleine Böhnchen im Schall sah und das Herzchen schlug, dachte ich nur, dass ich es doch wissen möchte, sollte man es irgendwann einmal erkennen. 😉

Und wie ging es mir so die ersten drei Monate in der Schwangerschaft?

Sagen wir mal so: Einen Test hätte ich ehrlicherweise nicht gebraucht, so schlecht war mir. Mein Einkaufsverhalten hat sich auch direkt angepasst und mein Mann wusste ebenfalls ohne Test Bescheid: Ich kaufte Käse. Nicht, dass ich dies sonst nicht tun würde, aber eben nicht ausschließlich. 😉 Das kam ihm doch sehr bekannt vor. Die Übelkeit hingegen ist neu und hatte mich die ersten Wochen klassisch morgens fest im Griff, was ich von meinen Mädchen hingegen gar nicht kenne. Da war es nur die starke Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen.

Außerdem hatte mich mehr oder weniger den ganzen Dezember eine starke Erkältung im Griff. Zuerst war es eine Bronchitis, die irgendwann überging in eine Nasennebenhöhlenentzündung. Ich sag euch, irgendwann reicht es wirklich. Entweder ich hatte Muskelkater vom Husten, oder Kopfschmerzen durch den Schnupfen. Da die Auswahl an Hilfsmitteln ja dann doch sehr eingeschränkt ist, habe ich vermutlich so viel Tee getrunken, wie schon lange nicht mehr und mindestens genauso viel inhaliert und Erkältungsbäder genommen.

Und wie geht es mir jetzt?

Jetzt ist diese Zeit angebrochen, in der ich nicht mehr diese bleierne Müdigkeit mit mir herumtrage und aktuell eigentlich nicht wirklich spüre, dass sich etwas ändert, mal abgesehen von den Knöpfen an meinen Hosen *hust*. Die wollen zwar zugehen, möchten aber im Laufe des Tages am Liebsten geöffnet werden. Ansonsten fiebere ich dem nächsten Arzttermin entgegen, um das kleine Würmchen zu sehen. Ich kann es manchmal noch gar nicht fassen. Und bevor von euch auch noch einer auf die Idee kommt mir zu sagen: „Ein Junge wäre nun aber auch mal schön, oder?“ Ja, das wäre es, genauso wie ein Mädchen. 😉 Neben der Frage, ob es geplant war, ist das nämlich die am häufigsten gestellte Frage

Ich kann noch gar nicht glauben, wie es wohl mit drei Kids sein wird, sehe aber meine Freundin und wie toll sie das meistert. Dann freue ich mich noch mehr auf den Sommer.

Alles Liebe,
Tanja

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[Leben] >Gastpost< Schwangerschaft mit der Diagnose Gastroschisis #1

Caro hat heute einen etwas anderen Gastpost für euch. Nachdem sie euch hier bereits etwas über Stoffwindeln erzählt hat, geht es heute um ihre Schwangerschaft mit ihrem zweiten Kind.
Es kam alles anders als erwartet und plötzlich stand eine Diagnose im Raum: Gastroschisis. Was das ist?

Die Gastroschisis (deutsch auch Bauchspalte genannt, griechisch γαστροσχίσις, von gástro~, „Magen~, Bauch~“ und s-chísis/s-chísma, „die Spaltung“) wird eine vorgeburtlich (pränatal) spontan entstehende meist rechts vom Nabelgelegene Fehlbildung der Bauchwand mit Vorfall von Darmschlingen beim Fetus bezeichnet. Die Besonderheit wird oft mittels Feinultraschall im Rahmen von Pränataldiagnostik diagnostiziert und ist nachgeburtlich (postnatal) in den meisten Fällen operabel.“ (Quelle: Wikipedia)

Im nächsten Teil erzählt euch Caro wie es weiterging. 


Die Feindiagnostik steht an

Donnerstag Nachmittag, wir sitzen im Warteraum des Frauenarztes, bei dem wir schon letztes Jahr die Feindiagnostik für unseren Sohn hatten. Ich fülle ein Formular aus, dass bei diesem Screening möglicherweise Diagnosen gestellt werden, die zu Gewissenskonflikten führen können. Ja, das ist mir bewusst. Aber sowas passiert uns nicht. Bei uns ist alles gut, denke ich. Denkt das nicht jeder?

Dann sind wir im Behandlungszimmer, halten ein Pläuschchen mit dem Arzt. Ich mag ihn, er hat eine sehr offene und witzige Art, ist immer für einen Scherz aufgelegt. Ich lege mich auf die Liege, er fängt mit dem Ultraschall an. Er reißt weiter seine Witze. Dann sein Tipp zum Geschlecht. Ein Junge. Nanu, haben wir nicht bisher zweimal gehört, es sollte ein Mädchen werden. Er revidiert seinen Tipp. Doch plötzlich ist jeglicher Witz und Freude aus seiner Stimme verschwunden.

„Ihr Baby hat ein Problem“

„Ihr Baby hat ein Problem.“ BÄM! Es hat mich wie ein Schlag getroffen. Unser Baby? Nein, niemals. Uns trifft doch sowas nicht. Ich hoffte immer noch, er machte einen Witz oder es war irgendeine Lapalie. „Das Kind hat eine Bauchspalte.“ Eine was? Was ist das? Welche Auswirkungen hat das? Wie schlimm ist so eine Bauchspalte? Tausend Fragen rasten mir in diesen wenigen Sekunden durch den Kopf. „Sehen Sie diese Blumenkohlartige Auswölbung? Das ist ein Teil vom Darm, der durch die offene Bauchdecke nach außen tritt. Das nennt sich Gastroschisis.“

Gastroschisis

In mir brach eine kleine Welt zusammen. Aber ich wollte stark sein, wollte keine Tränen vergießen. Also biss ich die Zähne zusammen und hörte zu, was er uns sonst noch erzählte. Es wäre alles nicht so schlimm, kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch, gut zu operieren und meist folgenlos für das Kind. Er schallte noch ein wenig weiter, maß hier etwas und dort. Ich bekam alles nur noch wie in Trance mit. Meine Gedanken kreisten nur noch um mein Baby.

Gastroschisis

Wir bekamen also eine Überweisung zum Spezialisten. Der Arzt rief direkt dort an, um einen Termin auszumachen, da er die Handynummer hatte. Mein Mann saß die ganze Zeit wortlos neben mir. Er griff meine Hand und schaute mich an. Das war der Moment in dem ich einfach nicht mehr stark sein konnte und meinen Gefühlen und meinen Tränen das erste Mal einfach freien Lauf lassen musste. Der Arzt erzählte uns noch etwas von den guten Prognosen und versuchte uns Hoffnung zu machen. Aber für mich stand in dem Moment einfach erstmal nur diese Diagnose im Raum. Dick und fett. GASTROSCHISIS. Und alles was damit verbunden war. Engmaschige Kontrollen. Kaiserschnitt. Sofortige Operation. Wochenlanger Krankenhausaufenthalt.

Ich wollte einfach nur noch raus. Zum Auto, wo ich meine Tränen hemmungslos laufen lassen konnte. Da saßen wir nun im Auto. Mein Mann nahm mich in den Arm, versuchte mich zu trösten. Sagte mir, wir schaffen das. Doch ich wusste einfach nicht wohin mit mir und meinen Gefühlen. Einige Zeit weinte ich einfach weiter. Aber ich musste stark sein, zu Hause wartete immerhin mein kleiner Sonnenschein auf mich, der all das natürlich noch gar nicht versteht.

Ich machte direkt am nächsten Tag einen Termin bei meiner Frauenärztin, denn eigentlich war nun auch meine Elternzeit vorbei und ich sollte bereits in der nächsten Woche wieder anfangen zu arbeiten. Mit meinem Gefühlszustand nach dieser Diagnose konnte ich mir das allerdings zu diesem Zeitpunkt beim besten Willen nicht vorstellen.

Gefühlschaos

Ich brauchte ein, zwei Wochen um diese ganzen neuen Gefühle zu verarbeiten und das Ganze rational betrachten zu können. Meine Frauenärztin erteilte mir ein sofortiges Beschäftigungsverbot aufgrund seelischer Belastungen. Sie war zudem der Meinung, die vielen kommenden Termine wären nicht mit einem Job vereinbar. Und sie sollte recht behalten. Ich wusste bis dahin noch nicht, was da auf mich und meinen Mann zukommen würde.

Es folgten Kontrolltermine im Rhythmus von zwei Wochen, immer im Wechsel beim Feindiagnostiker und im Krankenhaus, in welchem ich vermutlich auch entbinden und meine Tochter operiert werden würde. Zusätzlich jeweils zwischen diesen Terminen alle zwei Wochen ein Termin bei meiner Frauenärztin zur allgemeinen Kontrolle. Das heißt, im Grunde war ich fast jede Woche beim Ultraschall.

Ich hatte mich zwischenzeitlich mit der Diagnose abgefunden. Ändern konnten wir es ja sowieso nicht mehr, also machten wir das beste daraus und steckten alle Kraft in unsere kleine Tochter. Wir hatten Glück, dass sich die Gastroschisis nicht verschlimmerte und so hangelten wir uns von Woche zu Woche, immer mit der Hoffnung, sie könne noch so lange wie möglich in meinem Bauch bleiben.

Jede Woche zählt

Mittlerweile waren wir in der 36. SSW angekommen und somit so viel weiter, als ich jemals gerechnet hätte. Wir wussten, dass nun solangsam die Entbindung näher rücken würde. Ich versuchte mich noch immer an den Gedanken eines Kaiserschnittes zu gewöhnen. Von meinem Traum einer ambulanten Geburt hatte ich mich schon lange verabschiedet. Eine natürliche Geburt wäre rein theoretisch zwar möglich, wird aber aufgrund der sofortigen Operation von meinem nicht Arzt empfohlen.

Beim nächsten Termin im Krankenhaus hieß es vom Chefgynäkologen er müsse noch Rücksprache mit der Kinderchirurgin halten, ob und wann der Kaiserschnitt nun geplant werden müsste. Ostern stand an, ich war guter Dinge, dass ich erst danach ins Krankenhaus müsste. Bereits einen Tag nach unserem Termin bekam ich einen Anruf von der Kinderchirurgin, die mir berichtete, dass sie eine Verdickung einer Darmschlinge sehen würden und kein Risiko eingehen wollen. Ich sollte mich bitte noch am selben Tag ins Krankenhaus einweisen, der Kaiserschnitt würde für den morgigen Vormittag angesetzt.

BAM! Und wieder fiel ich in ein tiefes Loch. Ich hatte zwar lange genug Zeit, mich mit dem Kaiserschnitt und der darauffolgenden Zeit auseinanderzusetzen und mich darauf vorzubereiten. Aber das ging mir dann doch zu schnell. Ich dachte, ich hätte noch ein paar Tage. Könnte Ostern zu Hause mit meinem Mann und meinem Sohn verbringen und nun sollte meine Tochter bereits morgen geholt und operiert werden? Dafür war ich noch nicht bereit, aber ich vertraute den Ärzten. Also rief ich meinen Mann an, dass er nach Hause kommt. Wir organisierten noch eine Betreuung unseres Sohnes durch meine Schwiegereltern und schon waren wir auf dem Weg ins Krankenhaus. Dort angekommen, konnte ich nach einigem Hin und Her endlich mein Zimmer beziehen, welches ich mir mit einer Frau teilte, welche vorzeitige Wehen hatte. An diesem Nachmittag habe ich noch mit vielen Ärzten gesprochen, über den Kaiserschnitt, die Spinalanästhesie, die Operation meiner Tochter und ihrer Verlegung auf die Neo-Intensivstation. Am Abend fiel ich völlig erschöpft ins Bett und konnte doch nicht schlafen. Zu groß war die Aufregung vor dem kommenden Tag.

Ich hatte die Nacht irgendwie überstanden. Mein Mann brachte den Großen in die Kita und machte sich danach sofort auf den Weg zu mir. Ich wurde derweil schon einmal für den Kaiserschnitt vorbereitet und bekam wunderschöne Thrombosestrümpfe an. Die Uhrzeit für die sectio wurde ständig verschoben, mal nach hinten, dann wieder nach vorne. Meine Zimmernachbarin machte sich gerade auf den Weg zum Frühstück, als ich ein letztes Mal ins Bad gehen wollte. Sie kam nach wenigen Minuten zurück, setzte sich auf ihr Bett und schaute mich erschrocken an. Ihre Fruchtblase sei eben geplatzt. Ich war selbst aber gerade mit meinen Gedanken völlig woanders und plötzlich stand auch schon eine Schwester im Zimmer und sagte zu mir, es ginge jetzt los. Meine Zimmernachbarin sollte ihren Sohn noch am selben Tag bekommen.

Der Tag ist gekommen

Ich wurde samt Bett in den Kreißsaal geschoben, wo mich bereits eine Hebamme erwartete und noch einmal ein CTG schrieb. Sie bot mir auch einen – wie sie ihn nannte – Leck mich Schnaps an, den ich dankend annahm. Ich war so wahnsinnig nervös und hatte große Angst vor dem Eingriff. Ich fragte die Hebamme, ob mein Mann mit in den OP dürfe, doch das müsste der Chirurg entscheiden. Ich bekam meinen Schnaps – der scheußlich schmeckte – und schon kam auch die Chirurgin, um mich abzuholen. Ich fragte erneut, ob mein Mann mich begleiten dürfe. Und dann kam die wohl schrecklichste Antwort, die ich mir hätte vorstellen können. Nein. Das kann er nicht. Es ist kein gewöhnlicher Routine Eingriff, sie können es nicht riskieren, dass etwas schiefgeht und den Ablauf stört. Ich brach völlig zusammen, fing an zu weinen. Und wurde in den OP geschoben. Dort wurde mir noch die Spinalanästhesie verabreicht und es ging los. Ich kam nicht zur Ruhe, obwohl ich ein wirklich tolles Team um mich hatte, was sich sehr gut um mich gekümmert hat. Da lag ich nun wie ein Häufchen Elend während der erste Schnitt gemacht wurde. Ich werde und möchte gar nicht zu sehr ins Detail gehen – jeder empfindet so eine OP sicherlich anders – für mich war es eine der schlimmsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben bisher machen musste.

Sie sieht wunderschön aus, sagte die Hebamme!

Es dauerte nicht lange und ich hörte den ersten Schrei meiner Tochter. Ich durfte sie nicht sehen. Sie wurde sofort bis zu den Achseln in einen Plastiksack gesteckt und kam auf die Neo-Intensivstation zu den Kinderärzten und -chirurgen, um für ihre OP vorbereitet zu werden. Meine Wunde wurde genäht, danach wurde ich zurück in den Kreißsaal zur Hebamme und meinem Mann gebracht. Wir blieben noch eine Weile dort zur Beobachtung. Einer der Kinderärzte holte meinen Mann ab, damit er kurz zu unserer Tochter konnte, bevor sie operiert wurde. Währenddessen stand die Hebame neben mir, lächelte mich an und sagte zu mir „sie sieht wunderschön aus“.

Alles Liebe,
Caro

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[Leben] Eigentlich…! Vom eigenen Wachsen als Mama.

Eigentlich wollte ich keine Kinder haben. Jetzt habe ich zwei absolut gewünschte Kinder. 
Eigentlich wollte ich nicht stillen. Jetzt habe ich zwei gestillte Kinder.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich zu meiner Mama sagte, dass ich später mal keine Kinder haben möchte. Das war so mit 14/15 Jahren. Warum das so war, das kann ich gar nicht genau sagen. Aber wie ihr hier immer wieder lesen könnt, hat sich meine Meinung dazu offensichtlich noch geändert. Irgendwann kam dann dieser Sinneswandel. Die Vorstellung von einer eigenen Familie. Es kam dieses Gefühl auf, es würden Puzzleteile fehlen, um uns zu komplettieren. Vielleicht kennt ihr das und wisst, wovon ich rede. Man wächst mit seinen Aufgaben. Diese Floskel habe ich gerne mal im Hinterkopf, wenn eine neue Herausforderung ansteht. 

Und deswegen erzähle ich euch heute ein wenig darüber, wie es damals bei unserer großen Tochter war. 

Man wird nicht schwanger und ist die geborene Mutter. Ich war ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht gerne schwanger, was wohl die viele Zeit des Liegens mit sich brachte. Aber für ein so sehr gewünschstes Kind, nimmt man das hin und beißt die Zähne zusammen. Bei mir war es so, dass während der Schwangerschaft ein Umdenken stattgefunden hat. Nicht frei überspitzt nach dem Motto: „Im Kreißsaal gebe ich dann meinen Verstand ab!“ Aber man wird sich noch mal mehr bewusst, dass so viel mehr Verantwortung auf einem lastet. So schön es ist, ein Kind unter dem Herzen zu tragen, so beängstigend fand ich es manchmal. Von meinem Verhalten hing es ein Bisschen ab, wie es dem Ungeborenen geht. Man trägt Leben in sich. Mit der Schwangerschaft bemerkt man natürlich auch körperliche Veränderungen. Und selbst wenn sie für Außenstehende nicht merklich scheinen, so bedeuten sie fürs eigene Wohlbefinden doch sehr viel. Mit der Geburt des Kindes verändert sich der Körper wieder und evtl. nimmt man sich auch anders wahr. 

Stillen war für mich etwas Befremdliches und Faszinierendes zugleich. Solange teilt man seinen Körper und dann hat das nach 10 Monaten noch immer kein Ende? Als ich ab der 25. Woche liegen musste, fühlte ich mich gelinde gesagt wie ein Brutkasten. Natürlich tut man alles dafür, damit das Baby noch im Bauch bleibt. Aber das steigerte nicht gerade meine Grundstimmung,  was das Teilen meines Körpers auch nach der Schwangerschaft betrifft.
Mein Mann hat nie versucht mich zu überreden, die Entscheidung lag ganz allein bei mir.  Ich wusste um die vielen Vorteile. Aber mein Kopf war zu präsent und wäre auch am Liebsten aus der Situation geflüchtet.  Das allein war Bestätigung genug für mich es doch zu versuchen.  Denn ich kenne mich. Würde ich es wirklich nicht wollen, dann hätte ich mir nicht so sehr den Kopf zerbrochen. Ich entschied mich dazu, mich von da an nicht mehr damit zu beschäftigen und las auch keinerlei Bücher zu diesem Thema. Ich wollte auf mich und mein Gefühl vertrauen.

Zeitsprung.

Als nach einigen Stunden unsere wunderschöne Tochter das Licht der Welt erblickte, wurde sie mir direkt zum Kuscheln auf die Brust gelegt. Ich zögerte nicht und machte, als gäbe es nichts Natürlicheres und Selbstverständlicheres, das was die Natur wohl so vorgesehen hat. Ich stillte sie und von da an begann unsere vollkommen unkomplizierte Stillbeziehung. Das Einzige was daran kompliziert wurde, war schlussendlich das Abstillen. Bzw. machte ich es zu etwas Kompliziertem. Ich sorgte mich, wie das wohl klappen würde und das sie doch sicherlich weinen würde. Irgendwann war ich aber so fest entschlossen, dass ich es einfach durchzog. Ich stillte sie das letzte Mal nachts mit 15 Monaten. Und sie protestierte danach genau zwei Mal, ließ sich immer problemlos beruhigen und war von der neuen Lösung, nämlich einer Flasche mit Wasser genauso überzeugt.

Was habe ich also gelernt? Nicht denken. Machen. Es gibt nun mal einfach Dinge, die kann man nicht hervorsehen. Die passieren. Und zwar genau dann, wenn man bereit dafür ist und den entscheidenden Willen hat, das auch durchzusetzen. Egal auf welchem Weg.

Alles Liebe,
Tanja

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