[Leben] Blogparade – Geborgene Eingewöhnung?

Jeder von uns wird unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben, wenn es um das Thema Eingewöhnung im Kindergarten geht, oder aber auch bei der Tagesmutter. Und ich finde es sehr spannend zu lesen, wie es bei euch ablief und ob ihr mit dem Gefühl gehen konntet, dass euer Kind eine geborgene Eingewöhnung erfahren durfte und nicht alle Vorstellungen wie eine Seifenblase zerplatzt sind.

Geborgene Eingewöhnung Blogparade Rougerepertoire

Aus diesem Grund rufe ich zur Blogparade auf und würde mich sehr freuen, wenn ihr teilnehmt, bis zum 01.10.2016, und euren Link unten in der Linkliste eintragt. Das Bild dürft ihr gerne verwenden. Wer keinen Blog hat, darf mir aber sehr gerne einen Kommentar hinterlassen und dort erzählen, wie die Eingewöhnung eures Kindes ablief.

Welches Modell gibt die Grundlage für unsere Eingewöhnung vor?

Bei uns im Kindergarten wird nach dem Berliner Modell die Eingewöhnung durchgeführt. Das Kind gibt das Tempo vor und es läuft sehr bedürfnisorientiert ab. Die erste Trennung erfolgt dann, wenn man das Gefühl hat, dass die Erzieherin, die Bezugsperson, einen guten Draht zum Kind finden konnte dies nicht strikt nach 3, 4 oder 5 Tagen, sondern dann, wenn alle Beteiligten denken, dass es nun der richtige Zeitpunkt ist. Dennoch weiß man, dass die Eingewöhnung praktisch gesehen auch nur eine bestimmte Zeit in Anspruch nehmen darf und das eigene Kind auch nicht das einzige Kind ist, was eingewöhnt wird.

Laufen Theorie und Praxis aneinander vorbei?

Ja! So gut und bedürfnisorientiert die Eingewöhnung bei unserer großen Tochter ablief, so schwierig war es nun bei der Kleinsten im Bunde. Es steht und fällt einfach wirklich mit den Erziehern. Hier wurde zuerst das Berliner Modell ein wenig rausgelassen und es scheiterte an der gemeinsamen Kommunikation. Dinge, die es dem Kind deutlich einfacher gemacht hätten, wurden ignoriert, weil es nicht zum eigenen Plan passte und das Vertrauen zum Kind konnte so nicht aufgebaut werden, im Gegenteil. Es warf uns zurück, wo wir nicht einmal richtig angefangen haben. Ich nahm zwei Tage hintereinander ein weinendes, aufgelöstes Kind mit nach Hause, welches morgens schon voller Vorfreude zum Kindergarten stapfte. Die Räume sind ihr vertraut, nur die neue Situation noch nicht. Und dies galt es zu überwinden.

Wie sehr darf man sich selbst einbringen ohne die Kompetenz der Bezugsperson in Frage zu stellen?

Das fand ich eine für mich sehr schwierige Frage. Mir blieb die ersten zwei bis drei Tage kaum etwas Anderes übrig, da man die Überforderung in der Eingewöhnungszeit deutlich spürte. Ich musste mich einbringen und konnte nicht wie eigentlich gedacht, als Anker im gleichen Raum aufhalten. Ich wurde zur Bezugsperson und es kam zur falschen Rollenverteilung. Versteht mich nicht falsch, wir reden hier erst von einer Dauer von 2 bis 3 Tagen in der Phase der Eingewöhnung. Aber mir kam es schlichtweg falsch vor. Schließlich gewöhnte ich die Große schon nach dem gleichen Prinzip in den Kindergarten ein und die Kleine ebenfalls, nur damals bei ihrer Tagesmutter. Ich suchte das Gespräch und merkte, wie wenig mein Gegenüber empfänglich für meine Fragen war. Ich stellte Fragen, damit ich weiß, wie ich ebenso besser mit der Situation umgehen kann, ob sie es sogar wünschenswert findet, dass ich das Kind durch den Kindergartenalltag begleite, dass ich ihr Fragen beantworte, die sie auf dem Herzen hat. Ich sah diese Aufgaben nicht als meine an, fehlte hier aber schlichtweg die klare Kommunikation für eine Lösung? Denn so stellte ich mir die Eingewöhnung nicht vor und so war ich sehr froh zu wissen, dass wir genügend Zeit haben und keinen Druck verspüren mussten. Ich brach an Tag drei die Eingewöhnung ab, nachdem kein vernünftiges Gespräch geführt werden konnte, mein Kind weinend nach Hause wollte und ich merkte, wie ich meine Laune auf Grund dessen aufs Kind übertragen würde, mit der Bitte, am Montag mit einem kurzen Gespräch in die neue Woche starten zu können, um mir einfach mitzuteilen, wie sie sich das konkret vorstellt. Da war es das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, ich würde ernst genommen werden. Sie verstand nicht, warum mein Kind weinte, sie meinte es bisher doch nur gut mit ihr, obwohl sie nicht darauf hörte, was unsere Kleine zu ihr sagte.

Bloß nicht resignieren, überlegen und handeln!

Ich habe am gleichen Tag, als die Kleine einfach nur noch müde zum Mittagsschlaf ins Bett fiel, mit unserer Tagesmutter telefoniert, einer eigentlich gelernten Erzieherin. Natürlich emotional schilderte ich ihr die Gesamtsituation. Ich erklärte ihr, was ich bisher dort machte, wie wenig sich die Bezugsperson dem Kind annahm, sie konnte es nicht verstehen und bestärkte mich in meinem Gefühl, dass dort dringend Redebedarf besteht. Am Wochenende überlegte ich mir konkret, was genau ich ansprechen möchte und versuchte positiv mit der Kleinen am Montag erneut zu starten.

Ihre Bezugsperson und ich sprachen miteinander, vornweg sagte ich ihr noch einmal, dass ich nicht in Frage stelle, was sie tut, dass ich es lediglich hinterfrage, weil es mir zum Teil unbekannt ist, wie es abläuft und dass es ein paar Punkte gibt, die ich mir anders wünschen würde, da aber bereit für Kompromisse bin. So signalisierte ich sofort, dass ich mich gerne eines Besseren belehren lasse, es aber nun mal gewisse Dinge gibt, über die man sprechen muss. Und was soll ich sagen? Sie kam mir sehr entgegen, verstand meine Probleme und gab zu, sehr lange nicht im U3 Bereich tätig gewesen zu sein. Wir gingen den Tag durch, die Kleine war voller Elan und sagte irgendwann, dass ich ja ruhig draußen warten könnte. Sie hatte aber nun auch einfach die Gewissheit, dass es dort nun die richtige Bezugsperson gibt und zwar nicht mich, sondern ihre Erzieherin. Absichtlich lasse ich das Wort Fremdbetreuung nun raus, da es sich falsch anfühlt. Schließlich kann es nicht dort fremd sein, wo man hofft, dass sich das Kind dort geborgen fühlt und auch alle Emotionen zulassen darf.

Der Knoten ist geplatzt

Dieses Gespräch, vor dem ich mich scheute, aus Angst auf Granit zu stoßen, war so gut und befreiend für alle Beteiligten, das es anschließend spürbar gut und warmherzig ablief. Absolut bedürfnisorientiert, achtend darauf was mein Kind möchte und wie die Regeln im Kindergarten sind, hatte ich das Gefühl, dass ich sie mit einem richtig guten Gefühl dort lassen kann. Der Platz schien mir nun sicher zu sein. Ich bin sehr froh, so früh aktiv geworden zu sein, damit es eben nicht zu einer Fremdbetreuung wird, sondern zu einem geborgenen Platz und die Kleine ihre Vorfreude am Morgen nicht gegen Tränen austauscht. Hört stets auf euer Gefühl und lasst euch nicht beirren. Dort sollte das Fachpersonal sein, aber ihr seid immer noch die Eltern, die sich dort sicherlich nicht aus dem Fenster lehnen sollten, aber stets schauen müssen, dass es wirklich so gut ist wie es ist.

Erzählt ihr mir von der Eingewöhnung eures Kindes?

Bis zum 01.10.2016 könnt ihr euch hier verlinken. Und ohne Blog wie oben schon geschrieben dürft ihr sehr gerne einfach fleißig kommentieren.

Alles Liebe,
Tanja

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