[Leben] Ein eigenes Dorf ist so wichtig – Freunde, Familie.

Ist es nicht so, dass wir alle kleine Dörfer haben, die uns umgeben, für uns da sind und wir für sie? Und das wir angelehnt an die Mehrgenerationenhaushalte von früher unsere eigene, moderne Version davon leben?

Freunde – das sind eure Personen, das ist euer kleines Dorf

Urheberrecht: Maryna Pleshkun/Shutterstock

Fremd in einer Stadt, umgeben von vielen Eindrücken. Heimat war plötzlich so fern. Also machte ich mich stets auf den Weg zurück, in mein „Dorf“. Dorthin, wo jeder seine Funktion hatte. Heute habe ich hier mein eigenes Dorf und bin umgeben von Menschen, die mir gut tun, die uns gut tun, wo Freunde zu Familie werden. Wo man Tag und Nacht anrufen kann oder angerufen wird, wenn es notwendig ist, wo nicht hinterfragt, ob etwas sein muss, sondern Vertrauen in den Anderen hat, dass er die richtige Wahl trifft. Dort, wo man umzingelt ist von guten Feen, im Zauber des Alltags, die es gut mir dir meinen. So ein Dorf wünsche ich jedem von euch.

Man weiß, da sind Freunde auf die ich mich verlassen kann

Am Sonntag, als wir plötzlich auf der Autobahn liegen blieben, die Kids in den viel zu großen Warnwesten aufgeregt hinter der Leitplanke standen, weil unser Auto nicht mehr fahren wollte. Kupplung, tippt der Herr vom ADAC. Autsch, das wird teuer, wenn es das denn wirklich ist. Wichtiger ist aber: Wir hatten keinen Unfall. Wir sind direkt an einer Haltebucht liegen geblieben und wir waren alle zusammen. Niemandem ist etwas passiert. Und dann ging es los, wie machen wir es? Wie organisieren wir uns? Freunde mussten benachrichtigt werden, dass wir nicht zu unserem Treffen erscheinen werden. Der ADAC Mann schlug vor uns direkt bis zur nächsten Abfahrt abzuschleppen, da dort eine Werkstatt ist, die wir sowieso nutzen würden. Gute Idee, so mussten wir nicht auch noch auf den Abschleppwagen warten, was wohl bedeutend länger gedauert hätte und die Kinder irgendwann Angst bekamen. Nur wie sollten wir von dort aus wieder nach Hause kommen? Die öffentlichen Verkehrsmittel waren von dort aus nur schwer zu erreichen. Ich rief eine andere Freundin an, erklärte ihr die Situation. 20 Minuten später saßen wir in ihrem Auto und waren auf dem Weg nach Hause. Das meine ich mit: Jeder braucht sein Dorf. Jeder braucht diese Menschen, die bedingungslos da sind, besonders an den Orten, wo man nicht die Menschen hat, die man sonst Familie nennt. Eltern.

Abends ploppte noch eine weitere Nachricht im Whats App Messenger auf: „Wann soll ich dich morgen abholen? Dann fahren wir einkaufen.“ Das sind ebenso Momente, wo ich aus tiefsten Herzen weiß, dass wir umgeben von den richtigen Menschen sind. Sie sind einfach da, ungefragt. Nicht, weil ich froh bin, nicht zu Fuß einkaufen gehen zu müssen. Eher im übertragenen Sinne. Die Geste zählt.

Spätestens mit einem Baby tut es gut zu lernen, Hilfe anzunehmen.

Ich habe hier gelernt, diese Hilfe auch anzunehmen. Ich leiste sie umgekehrt genauso. Und ich möchte auch sagen, dass nichts falsch daran ist. Immer wieder lese ich hier in diesem großen weiten Internet von jungen Müttern, die müde sind, weil sie 24 Stunden Superheldinnen sind, für ihr Baby da sind. Aber ihr müsst nicht immer alles alleine schaffen. Ihr dürft Hilfe annehmen. Kündigt sich Besuch an, bittet ihn Kuchen oder eine warme Mahlzeit mitzubringen. Vielleicht ist euer Baby so gestrickt, dass es auch bei der Freundin im Arm ein Bisschen weiterschläft, oder zeigt ihr wie das mit dem Tragetuch funktioniert und hüpft mal für 10 Minuten unter die Dusche, ohne euch Sorgen machen zu müssen, dass ihr gerade gebraucht werdet. Schafft euch euer eigenes Dorf mit euren Personen. Macht sie zu euren Vertrauten und seid euch sicher: es macht glücklich, wenn man weiß, dass man Freunde um einen herum hat, mit denen man mehr kann, als nur Kaffee trinken und quatschen. Anpacken, Situationen erkennen und manchmal auch schweigen ist nämlich mindestens genauso wichtig.

Alles Liebe,
Tanja

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2 comments

    Liebe Tanja, das hast du so unheimlich schön geschrieben.
    Das Dorf muss gar nicht groß sein, nur die Richtigen müssen da sein. Genau so sehe ich das auch.
    Danke für deine Worte – egal auf welcher Plattform. Ich mag deine ruhige Art und deinen Schreibstil sehr.

    Freunde sind mit das wichtigste im Leben…ich habe auch zwei sehr sehr gute Freundinnen, auf die ich niemals verzichten möchte….auf die zwei kann ich mich zu 100% verlassen, sind IMMER für dich da…und das jederzeit…wenn man was auf der Seele hat, tut es einfach gut mit seiner Freundin darüber zu sprechen und meistens geht es einem dann viel besser…wichtig finde ich aber auch der Freundin zu zu hören auch wenn es einem mal nicht so gut geht…man sollte gegenseitig füreinander da sein…Meine Mama sagte mal zu mir: Jessi es gibt viele Bekannte, aber später wirst du merken wer deine wahre Freundin ist…und was muss ich sagen? Mama hatte wie immer recht 😊

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