[Leben] Eine Schwangerschaft – ein Ausnahmezustand für Körper und Seele

Schwanger sein bedeutet noch verletzlicher zu sein, als sowieso schon. Ich persönlich fühle mich auf der einen Seite stärker, aber nie fühlte ich mich gleichzeitig so schwach, weil ich meine Grenzen einfach viel schneller spüre. Eine Schwangerschaft ist für den Körper eine absolute Ausnahmesituation. Was er in diesen 10 Monaten leistet ist phänomenal. Der Körper wird auf den Kopf gestellt, es wird so unfassbar viel Platz im Bauchraum geschaffen, ein Wunder, wie das alles überhaupt funktioniert und sich anschließend zurückentwickelt.

Und dann kommt der Blick in den Spiegel.

Ein kritischer Blick. Ich bin sehr kritisch mit mir. Jeder ist vermutlich mit sich kritisch und man selbst sieht sich stets anders, als es andere Menschen tun. Man beäugt sich, sieht wie sich der Körper verändert. Nicht nur innerlich durch das Kind, sondern äußerlich. Man sagt, Frauen sehen dann weicher aus. Was bedeutet das? Weicher, auf Grund von mehr Fülle? Oder weicher, in ihrer Ausstrahlung? Vermutlich irgendwie Beides. Ich sehe, dass sich mein Gesicht verändert und es gibt Tage, da gefällt mir diese Veränderung nicht, weil ich nicht mich im Spiegel sehe. Aber das ist ok. Das geht vorbei.
Beim letzten Arzttermin zeigte die Waage mein aktuelles Gewicht an. Auch das ist ok, auch das geht vorbei. Dennoch werde ich mich vermutlich nie daran gewöhnen. Aber ich beschwere mich nicht darüber, ich rede auch nicht darüber. Es sei denn ich bekomme gesagt:

Mensch, du bist aber ganz schön rund geworden.“

Ich bin schwanger. Ich bin in der 27. Woche schwanger, erwarte mein drittes Kind und mir geht es gut. Ich stehe hier, darf all das machen, was ich machen möchte und muss nicht das Bett hüten. Das was wir über unser Baby wissen ist ganz wunderbar, man sagt, es sei gesund. Ich sorge mich, mal mehr mal weniger, ob ich auch allen Gerecht werden kann, ob wir vielleicht doch ein wenig verrückt waren oder es aber einfach das verrückteste schönste Abenteuer wird. Und ja, vielleicht bin ich rund geworden, aber ich bin auch verdammt glücklich und kann damit sehr gut umgehen.

Was ich euch mit diesem Text sagen möchte?
Es gibt immer spitze Kommentare. Sobald man schwanger ist, glauben andere Menschen, sie haben einen Freifahrtschein für unerwünschte Worte. Oder würdet ihr Jemandem der nicht schwanger sagen: Mensch, du bist aber rund geworden? Ich glaube nicht. In meiner ersten Schwangerschaft wurde mir bis zum Schluss gesagt ich müsse mehr essen, mein Bauch sei zu klein. Wisst ihr wie man sich dabei fühlt? Als ob die Menge des Essens etwas für die Bauchgröße kann. In meiner zweiten Schwangerschaft gab es stets die Frage, ob das auch alles so geplant war und ob es überhaupt ein Wunschkind sei. Es ist nicht immer leicht, aber steht über den Dingen. Seid stolz auf euch und euren Köper, die Leistung die vollbracht wird.

Ihr tragt ein Kind in euch. Das ist wohl das größte Wunder auf Erden.

Alles liebe,
Tanja

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One comment

    Ach ja, das kommt mir so bekannt vor. Es ist gerade am Anfang recht schwer gewesen, zu sehen, wie das Gewicht steigt und der Bauchumfang wächst. Dann wurde teilweise gesagt, ich wäre fett geworden, haha. Es war nie böse gemeint, aber wie hart das einen treffen kann, wurde auch nicht bedacht. Nun kurz vor Ende heißt es auch oft, mein Bauch wäre ja noch so klein. Es gibt doch kein Einheitsmaß für alle, mein Bauch ist genau richtig so, wie er ist. Diese Distanzlosigkeit werde ich auch wohl nie verstehen.
    Liebe Grüße, Andrea

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