[Leben] Familienbett – Praktisch und schwierig zugleich, besonders in Zeiten des Umbruchs

Wir genießen nach wie vor das Familienbett. Aktuell ist es dennoch etwas anstrengend für mich. Warum? Das werde ich euch heute erzählen.

In der Schwangerschaft hat man ein ganz neues Körpergefühl, zumindest geht es mir so. Ich teile 24h/Tag für ziemlich viele Monate meinen Körper mit einem neuen kleinen Menschlein. Man wird mit der Zeit immer unbeweglicher und fühlt sich schlichtweg nun einmal nicht mehr so, wie ohne Kugelbauch. Auf dem Rücken kann ich nicht schlafen und auf dem Bauch kann ich nicht mehr schlafen. Und dann tritt vielleicht noch der kleine Junior und findet, dass man nachts Turnübungen im Bauch veranstalten kann. Ich möchte doch nachts nur schlafen, wie alle Anderen auch. „Das wusstest du auch alles vorher“, höre ich gerade jemanden vor dem Bildschirm sagen. Ja, ganz genau. Das wusste ich, dennoch ist es manchmal eben alles anstrengend.

Alles steht im Zeichen der Veränderung –
da hilft die Nähe im Familienbett

„Mamaaaaaaaa“, höre ich seit nun gut drei Monaten die Kleine nach mir rufen. Hysterisch, aufgebracht, irgendwie verzweifelt. „Ich bin doch da, du bist sicher, alles ist gut“, flüstere ich ihr leise zu. Nie brauchte sie meine Nähe stärker als jetzt, nie wollte sie freiwillig so oft ihre Bettseite mit mir teilen. Sie spürt diese Veränderungen die für sie, für uns alle anstehen so sehr und holt sich nachts die Bestätigung: Mama ist trotzdem da. Sie wird im Sommer zum ersten Mal große Schwester. Und nach den Sommerferien geht sie zum ersten Mal ohne ihre große Schwester in den Kindergarten. Der letzte Punkt war mir gar nicht so präsent, als Zeichen der Veränderung, jedoch fiel uns an der Häufigkeit ihrer Frage auf, wann sie auch in die Schule geht, wie sehr sie auch dieses Thema beschäftigt. Für sie ist Einiges im Umbruch. Tagsüber malt sie aktuell sehr sehr viel, was auch neu ist. Vielleicht ist dies ihre Art der Verarbeitung?

Kompromisse finden ist wichtig und manchmal muss man die Augen schließen und dadurch

So sehr ich es genieße, auch einmal mit ihr nachts im Arm zu schlafen, bis sie sich beruhigt hat und wir so einfach problemlos bis zum Morgen schlafen können, so sehr brauche ich gerade auch einfach vom Gefühl her nachts meine Ruhe, meinen Körper nur für mich, sofern es dieses „mich“ in der Schwangerschaft gibt. Keine kleine Hand, die sich an mir festkrallt. Und keinen Fuß, der mich tritt. Aber noch dringender brauche ich den Schlaf, um morgens mein Nervenkostüm frisch vorfinden zu können. Nehme ich mir also diese Ruhe und stehe nach dem Beruhigen des Kindes auf und lege mich wieder ins andere Bett, dann liege ich dort nicht lange, weil ich wieder aufgeweckt werde. Hier muss man also Prioritäten setzen, das schließt nicht aus, sondern eher ein, dass man es in Kauf nimmt, auch durchaus für eine Weile etwas durchzuziehen, was man aktuell nicht unbedingt präferiert.

Wir profitieren Beide – unser Band wächst stets weiter

Das Schöne ist, dass sowohl die Kleine, als auch ich Sicherheit vermittelt bekommen. Wieso? Na sie weiß, Mama ist da. Und ich weiß: Ich bekomme meinen Schlaf. Und wer sich nun wundert, wo der Papa in der Geschichte ist, dem kann ich sagen, dass unser kleines totales Papakind gerade nachts nichts von Papa wissen möchte, ganz im Gegenteil. Und warum soll sie sich in Rage schreien, wenn ich doch da bin?  Sie ist 3 und braucht gerade nachts eben mehr Mama als Papa. Na und? Wir kriegen das hin. Mein kleines Mädchen und ich. Und wenn es das Familienbett ist, das allen Familienmitgliedern gerade das beschert, was sie brauchen – im Zweifel auch mit Abstrichen – dann nehme ich gerne in Kauf, dass es so ist, wie es ist.

Alles Liebe,
Tanja

 

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One comment

    Liebe Tanja, ich finde es so schön, wie du das machst. Auch bei uns war es so, dass zwei Monate vor der Geburt unseres zweiten Babies unser „Großer“ (er war zu dem Zeitpunkt gerade 2 Jahre alt), zu uns ist Bett wollte. Ich wollte es ihm zu dem Zeitpunkt auch nicht abgewöhnen, weil ich dachte, wenn das Baby da ist, kommt er vielleicht sowieso. Und ich wollte auch meinen Schlaf, um am nächsten Tag fit zu sein. Ich denke und vertraue darauf, dass sich das alles wieder legt, wenn der Kleine ins Kinderzimmer einquartiert wird. Dann wird sicher auch der große Bruder, der übrigens ein megastolzer großer Bruder ist, wieder die ganze Nacht dort schlafen wollen. Alles Liebe und Gute für euch, Katja

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