[Leben] Wie ist es denn so zu Fünft? Das Leben mit Baby.

Wie ist es denn so zu Fünft?, werde ich häufig gefragt. Nicht nur hier von euch, sondern auch im Alltag. Die kurze knappe Antwort ist meistens:
Schön ist es. Anstrengend aber schön.

Und wenn ich ausholen möchte, dann sage ich Folgendes:

Es ist schön. Anstrengend aber schön. Und manchmal ist es ganz schön schwierig. Da sind Bedürfnisse die gestillt werden möchten und der Spagat im Alltag, der hingelegt werden muss. Der Kleine weint sehr sehr schnell, in seinen kurzen Wachphasen und schläft meistens nur in der Trage wieder ein. Hinsetzen kann ich mich dann nur schwer (im Tragetuch ist es nicht anders, alles schon getestet) und ich werde hier sehr erfinderisch, wenn es darum geht, den Mädchen vorzulesen. Klar, könnten sie warten oder etwas anderes machen. Aber das tun sie schon ganz schön viel. Also muss man sehen wo jeder bleibt. Aber wir kriegen das glaube ich alles ganz gut hin. Zum Beispiel setzen sie sich auf die Fensterbank. Dann können sie nämlich prima ins Buch gucken und ich lese ihnen eben im Stehen vor. Und für Ausflüge nach draußen ist die Trage natürlich sehr sehr praktisch. Versteht mich nicht falsch, ich liebe es sehr zu tragen. Aber wenn man eben nicht die Wahl hat, ist es manchmal eben schwierig.

Es geht also alles. Wenn ich aber in den gerade 9 Wochen eines gelernt habe: Die eigene Messlatte sollte nicht zu hoch hängen, auch als Mama hat man plötzlich keine Superkräfte oder keine 8 Arme. Für mich ist das Schwierigste, aber genau das zu sehen. Ihr dürft mir glauben, dass das, was jetzt so locker zu lesen ist, aber für die ein oder andere Träne bei mir gesorgt hat, nicht zuletzt weil mir der kleine Mann einfach Leid tut, was er schon alles mitmachen musste.

Wir Fünf sind ein tolles Team und haben uns ziemlich schnell in unsere neuen Rollen eingefunden. Die Kitaferien sind natürlich direkt eine große Probe, sind aber für die Rollenfindung auch sehr hilfreich gewesen, auch wenn sie nicht den normalen Alltag widerspiegeln, da ein ganz anderer Rhythmus herrscht und mein Mann auch gerade Urlaub hat und fast alles übernimmt was anfällt. Aber wenn wir das jetzt gut hinbekommen, werden wir den ganz normalen Alltagswahnsinn auch rocken. Ich glaube ja, man wächst mit seinen Aufgaben, was sehr nach einer Floskel klingt, aber genauso ist es.

Das Allerwichtigste ist aber, dass wir Fünf zusammenhalten, wir zusammen lachen und manchmal eben auch weinen. Wir Fünf sind noch enger zusammengerückt und der leere Platz, von dem wir nicht wussten, dass er wirklich existiert, ist gefüllt. Wir Fünf schlafen manchmal alle zu wenig, die beiden Mädchen sind auf einen Schlag größer geworden, und wir als Eltern staunen täglich darüber.

Aber fragt mich doch noch einmal in ein paar Wochen. Vielleicht sage ich dann etwas Anderes. Zumindest hoffe ich, dass ich nicht mehr schreiben werde, dass der kleine Löwenjunge viel weint, sondern viel fröhlicher ist

Und ansonsten ist das hier eben der ganz normale Alltagswahnsinn einer Familie. Chaos, spielen, vorlesen, puzzeln, zanken, schlichten, streiten und versöhnen und ganz ganz viel Liebe.

Alles Liebe,
Tanja

(geschrieben, stehend mit Trage und Baby drin, mit Laptop auf dem Wickeltisch, da so die richtige Höhe zum Schreiben gegeben ist, mitten aus dem Herzen, denn es musste mal raus.)

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One comment

    Liebe Tanja!

    Bei uns waren die ersten neun Monate so wie du es aktuell beschreibst.
    Und auch ich sagte, es ist anstrengend aber auch sooo schön.
    Jetzt wo mein Jüngster 16 Monate alt ist und sein 17 Monate älterer Bruder knapp 3 ist, ist es leichter und unbeschwerter geworden.
    So schön die Babyzeit ist aber bei uns war sie mit Nr.3 die anstrengendste Zeit.

    Ich wünsche Euch alles Gute und es wird auf jeden Fall immer schöner.

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