[Leben] Geschichten mitten aus dem Leben – von Phasen und Kindern

Phase Phase Phase. Gerade würde ich mir wünschen, meine Geduld wäre größer und meine Nerven wären stärker. Aber auch wenn man stets sein Bestes gibt, fühlt es sich manchmal am Ende des Tages nicht so an. Dieses Gefühl kennt bestimmt jede Mama, oder jedes Elternteil, nicht wahr? Manchmal ist man stark und könnte Bäume ausreißen und manchmal, da weint das kleine Kind nach einem, die Große möchte parallel etwas dazu und dann klopft auch noch das Baby an. Mein Gedanke: Gut, dass das aktuell nur klopfen kann. Dann beschleicht mich dazu eine leise Panik, wie das wohl wird, wenn alle drei Kinder etwas von mir wollen. Gerade wenn ich an typische „Schreistunden“ am Abend denke, die Babys nicht so selten haben, ich eigentlich eine gute Nacht Geschichte vorlesen möchte/soll, weil es ein Ritual ist und der Mann arbeitet. Oh je. Nur gut, dass es tatsächlich bisher nur das Gedankenkarussell ist und nicht die Realität. Tun wir also so, als ob das so nie eintreten könnte und lassen uns überraschen, wie es wohl wirklich wird. Schwarzmalerei hat schließlich noch nie geholfen.

Phasen, die das Leben schreibt.

Urheberrecht: Malivan_Iuliia/Shutterstock

Die Kleine ist zur Zeit wirklich ausgefuchst. Nein, das ist falsch formuliert. Denn ein Fuchs war sie schon immer. Aber gerade ist das Lieblingsspiel: Mama und Papa sind da? Prima, dann lassen wir mal alles raus was geht, einer wird schon das machen, was ich möchte.
Ich bin wahrlich eine Mama, die versucht stets bedürfnisorientiert zu handeln, aber bei dem ständigen Wechsel zwischen Mama, ach nein, Papa, da wird es mir manchmal doch zu bunt. Wir alle können uns noch daran erinnern, zu wem man am Besten gegangen ist, wenn man etwas wollte. Stets in dem Glauben, die eigenen Eltern reden nicht darüber, nicht wahr? Mir war nicht klar, dass man das schon mit fast 3,5 Jahren so macht. Die Große betrieb das zumindest nicht so professionell. Ansonsten wissen wir auch mittlerweile, wie schlimm es ist, wenn das Brot geschnitten wurde, obwohl man dies einforderte und das bitte keine Butter aufs Brot soll, weil selbst schmieren das Größte ist.

Brot schmieren, eine olympische Disziplin?

Selbstständigkeit soll doch gefördert werden, nicht wahr? Allerdings gehört Brot schmieren zu keiner olympischen Disziplin und kann deswegen eben nur von Tag zu Tag gemacht werden und nicht 5 Brote hintereinander, wenn man diese nicht auch essen möchte. Aber versuchen kann man es ja. Also fordert man ein Brot ohne Butter, erhält dieses, schmiert es und belegt es. Dann schneidet man es durch, eröffnet unter großem Geschrei, dass es nicht geschnitten sein soll und auch bloß nicht mit Butter, in der Hoffnung ein Neues zu erhalten, um dies neu schmieren und belegen zu können. Prinzipiell ein cleverer Schachzug, wenn man der Tatsache ins Auge sieht, dass sie eindeutig weiß, wie man flott etwas professionell lernen kann. Aber in Anbetracht dessen, dass abends auch schon eine große Portion Müdigkeit mitschwingt, macht es das Ganze dann doch wieder recht unprofessionell und eher müßig für alle Beteiligten. Sie ist frustriert, weil sie natürlich nicht endlos viele Brote erhält, sondern genau so viele, wie sie essen kann und die Große ist gefrustet, weil sie mit Engelszungen versucht ihrer Schwester zu erklären, dass das so nicht geht. Es wird so langsam besser. Einen Kompromiss konnten wir schließen, sie darf mir Butter aufs Brot schmieren und sich, macht schon mal zwei Brote pro Abend. Wird es also doch noch was mit der Butterbrotweltmeisterschaft.

Kinder mit fünf sind nicht groß?

Ansonsten ist Frau Wackelzahn noch immer recht wackelig unterwegs, oder wie sie sagt: Sie ist das gar nicht, nur ihre Laune wackelt. Gut, da mag sie sogar Recht haben. Himmelhochjauchzend und wild weinend wie mit zwei Jahren. Daran hat sich nach meinem letzten Beitrag auch nicht sonderlich viel geändert. Sie wird gerade mit großen Schritten groß, ist aber trotzdem erst fünf. Und wenn man dann mal überlegt, wie alt man selbst ist, dann ist fünf gar kein Bisschen groß. Ich glaube ich erwarte von ihr manchmal zu viel, da ihre taffe Art und Weise mir eben manchmal eine Größe vermittelt, die aber so noch gar nicht wirklich existent ist. Sie muss nicht immer die große vernünftige Schwester sein. Sie muss nicht immer das tapfere Mädchen sein. Sie darf genauso weinen und kuscheln und verneinen. Nur muss man sich das immer wieder ins Gedächtnis rufen, wenn einem sonst gerne so ein Satz um die Ohren fliegt: „Ich bin schon so groß, ich kann das.“

Ein Schwank aus unserem Alltag. Wahrheit, mit einer Prise Ironie und einer Spur Witz.

Alles Liebe,
Tanja

 

 

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