[Leben] Schwangerschaftsupdate – der neunte Monat und plötzlich Mama

Der neunte Monat einer Schwangerschaft, ist die 33. – 36. Schwangerschaftswoche.

Ich empfand diese Zeit, bis zur 35. Woche, als sehr anstrengend. Erst die Sache mit meinem Zahn, dann war die Große krank und dann, ja dann wollte einfach schon Jemand zu uns. Aber dazu gleich mehr.

Die Zahngeschichte war unglaublich schmerzhaft, auf eine Betäubung konnte nicht ganz verzichtet werden, es war schon die leichteste Variante, aber es war natürlich mit viel Stress verbunden, bedingt durch die Schmerzen und die Sorgen die man sich dann direkt ums Baby macht. Nachdem dies ausgestanden war, merkte ich, wie anstrengend alles wurde. Aber die Dankbarkeit, wie gut einfach die komplette Zeit verlief, überwog konsequent. Es gab nie wirklich Grund zur Sorge und die körperlichen Schwächen aus den vorherigen Schwangerschaften waren hier nie ein Thema.

Die anfänglichen Wehwehchen sind wieder da

In der 35. Woche wurde ich unfassbar müde, so wie zu Beginn der Schwangerschaft. Ich hätte ständig schlafen können, nur das der Schlaf nicht viel gebracht hat. Ich war danach nicht fitter. Ebenso hätte ich ständig essen können und zwar alles, was mir in die Hände fiel. Als ob mein Körper bereits ahnte, dass es in dieser Woche zum Ende dieser Schwangerschaft kommen sollte. Denn erinnere ich mich an die anderen Schwangerschaften, ging es mir da in der Zeit vor der Entbindung genauso. Und wenn ich ehrlich mir bin, wusste ich, es würde nicht mehr weit weg sein. Den ET würden wir niemals erreichen. Fragte man mich noch eine Woche zuvor, hätte ich alles für möglich gehalten.

Ein letztes Foto mit Babybauch, bereits im Krankenhaus aufgenommen.

So komplikationslos diese Schwangerschaft auch verlaufen ist, so abrupt war das Ende. Da ich auch dieses Mal keinen Geburtsbericht veröffentlichen werde, möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen. Aber ich möchte euch von diesem Freitag erzählen. 34+5 SSW. Ich bin mit einem sehr komischen Gefühl aufgestanden. Insgesamt herrschte zu Hause eine komische Stimmung, alles wirkte so, als würde es in der Form zum letzten Mal stattfinden. Als ich meine Töchter in den Kindergarten brachte, war auch dieser Abschied nicht so wie sonst. Es fühlte sich ebenso an, als würde ganz bald ein neues Kapitel anbrechen. Ich hoffte es natürlich nicht, aber ich konnte das Gefühl auch nicht ablegen. Die Kleine trennte sich sehr schwer an diesem Morgen, sie weinte nicht, aber sie drückte mich, als wäre es ein längerer Abschied. Mir liefen heimlich ein paar Tränen die Wange runter und ich hatte Mühe dies zu verstecken. Ich wollte meine Mädchen nicht verunsichern, ihnen nicht das Gefühl geben, es ist irgendwas nicht in Ordnung.

Ein Tag der alles auf den Kopf stellt

Zu Hause angekommen, machte ich mir Cornflakes und wollte gerade einen Kaffee machen, als sich immer wieder ein Ziehen bemerkbar machte und eine leichte Blutung eintrat.. Meinen Kaffee habe ich nicht getrunken. Ich schnappte mir meine Tasche, die ich schon vor ein paar Wochen vorsichtshalber gepackt hatte und fuhr ins Krankenhaus, nachdem ich mir zu Hause unsicher war.  Ich kam sehr schnell dran und schnell war klar: Da tut sich Einiges, mit der Plazenta ist alles in Ordnung. Man stellte mir frei, zu bleiben oder zu gehen. Ich sollte es handhaben, wie ich mich sicherer fühlen würde. Normalerweise muss man mir nicht drei Mal sagen, dass ich auch gehen könnte, aber ich wollte nicht gehen. Ich wollte bleiben. Denn mein Gefühl signalisierte mir: Das war noch nicht alles. Kaum hatte ich mein Zimmer bezogen, kam es zum Blasensprung. Meine Intuition war absolut richtig und ich bin froh, darauf vertraut zu haben. Meine Gedanken kreisten. 35. Woche, wie sind die Chancen, dass alles gut wird? Klar war, dass man nicht lange warten kann, auf Grund der Frühgeburtlichkeit. Das kenne ich ja bereits von der Kleinen. Also sollte es auch hier wieder zur Einleitung kommen. Natürlich ist das Stress, für das Baby und für mich. Es ist eben nicht der ganz natürliche Verlauf. 3 Stunden nach der ersten Wehe war der kleine Löwenjunge geboren und musste auf die Intensivstation verlegt werden. 3,5 Tage später durften wir endlich gemeinsam ein Zimmer beziehen und nur 2 Nächte später durften wir  gemeinsam das Krankenhaus verlassen. Eine Woche, die alles auf den Kopf gestellt hat.

Dieses Schwangerschaftsende konnte man nicht erahnen, es bahnte sich auch nicht langsam an. Ich versuche nicht zu hinterfragen, wieso es dazu kommen konnte. Ich bin einfach nur dankbar. Dankbar dafür, dass der kleine Kämpfer, unsere Töchter, mein Mann und ich komplett sind. Ich wurde wieder Mama und das ist das schönste Gefühl überhaupt.

Alles Liebe,
Tanja

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