[Leben] Ein Kinderzimmer für Zwei – wenn Geschwister sich ein Zimmer teilen

Meine Kinder teilen sich ein Zimmer. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass das Schlafen in einem Raum so gut funktionieren würde. Aber mal von vorne.

Auf leisen Füßen am Abend durch die Wohnung?

Unsere Große, R., war stets eine schlechte Schläferin. Holzboden macht die Sache da nicht leichter. Was das Eine mit dem Anderen zu tun hat? Naja, Holzboden macht dann Geräusche beim Rüberlaufen, wenn er keine machen soll. Das Gesetz möchte es also so haben, dass der Boden dann knarzt, wenn das Kind gerade eingeschlafen ist. Aber ob es der Boden war oder mal ein Husten von uns, sie wurde sehr schnell wach und wir schlichen und schwebten hier abends mehr durch die Wohnung, als alles Andere. Übrigens ist das genau so ein Verhalten, was ich vor dem Elternsein nie verstanden habe. Das Kind ist schlißelich eine Bereicherung und keine Einschränkung. Ich wusste damals aber auch nicht, wie sehr man sich freuen kann, wenn das kleine zuckersüße Wesen auch abends einfach mal schläft.

Ein Kinderzimmer und zwei Kinder:
Können sich Geschwister ein Zimmer teilen?

Als sich dann unsere Kleine, E., ankündigte, war einer der ersten Gedanken: Wie soll das denn bloß klappen, wenn sie mal weint? R. wird doch sofort wach. Umziehen wollten wir eigentlich nicht und erst einmal würde das Baby ja auch im Schlafzimmer bei uns schlafen….wo aber ja auch mindestens die Hälfte der Nacht noch die Große verbrachte. Alles nicht so einfach, dachte ich noch.

Da habe ich die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht, in dem Fall ohne die Kleine. Sie war abends nämlich häufig im Schlafzimmer unzufrieden und ich konnte mir gar nicht erklären wieso. Kannte ich von der großen Schwester doch nur, dass sie stets diese Nähe suchte und nicht alleine sein wollte. Das sie einfach ihre Ruhe in einem eigenen Bett haben wollte, auf die Idee bin ich zuerst gar nicht gekommen. Klingt verrückt, ich weiß, aber man handelt ja meist aus Erfahrung. Und wenn ich eins gelernt habe: Das Baby und ich verschmelzen Tag und Nacht zu einer Person. So lehrte es mich die Große.

Irgendwann abends wusste ich nicht weiter und ich sagte zu meinem Mann, dass ich sie einfach mal ins Kinderzimmer zu R. lege, natürlich in ein eigenes Bett. Also trugen wir das Gitterbettchen rüber und ich brachte abends zeitgleich (die Kleine war zu dem Zeitpunkt 3 oder 4 Monate alt) beide Kinder im gleichen Zimmer, im Kinderzimmer, ins Bett. Trotz Nebengeräuschen schlief die Große ganz wunderbar, die es übrigens unfassbar toll fand, dass ihre kleine Schwester mit in ihrem Zimmer schläft. Das war die erste Sache, die ich unglaublich fand. Und die zweite Sache: Das Baby wollte einfach seine Ruhe haben. E. schlief im Kinderzimmer ein und wachte am nächsten Morgen auf. Das so etwas funktioniert, kannte ich vorher nur von anderen Müttern. Durchschlafen war bis dahin etwas, was ich für ein Gerücht hielt. Und auch R. schlief wesentlich länger in ihrem Bett als sonst.

Probiert es mit euren Kindern aus, vielleicht klappt es auch

Von diesem Abend an teilen sich die zwei wunderbaren Mädchen ihr Kinderzimmer und es klappt wirklich wirklich gut. Mittlerweile haben sie jeweils ein großes Bett und sie stehen so zusammen, als hätten sie ein Ehebett. Platz genug für einen von uns ist da auch, falls man nachts mal rübermuss.  Außerdem gehen sie zur gleichen Zeit ins Bett und stören sich auch dann nicht gegenseitig, wir begleiten sie aber auch in den Schlaf, so dass sie da erst gar nicht in Versuchung kommen.

Was ich euch damit aber sagen möchte: ich wurde nun schon häufiger gefragt, ob das gut klappt, dass sie sich ein Zimmer teilen. Selber würde man vor der Überlegung stehen, aber stets zögern, weil das große Kind eher unruhiger schläft und die Sorge groß ist, dass sie sich gegenseitig wecken.

Ich kann euch nur eines sagen: Ich habe das nie für möglich gehalten und irgendwie aus der „Not“ heraus versucht. Getreu dem Motto: Versuch macht klug. Hätte mir einer gesagt, dass R. nicht aufwacht, wenn ein kleiner zahnender Zwerg im gleichen Zimmer die Bude abreisst, den hätte ich vermutlich nur kopfschüttelnd angesehen. Aber aus irgendeinem Grund hat sich alles so zueinander gefügt, dass es so nun wunderbar passt. Und R. ist eine Frühaufsteherin. Sie hat gelernt morgens einfach leise aufzustehen und ihre Schwester nicht zu wecken. Natürlich hat sie das auch schon ein paar Mal gemacht, aber schnell selbst gemerkt, dass das keine gute Idee ist, einen Morgenmuffel aus dem Schlaf zu reißen. 😉

Aber der Vollständigkeit halber muss ich noch hinzufügen, dass nicht selten alle in einem Bett aufwachen. Familienbett eben.

Wie macht ihr das? Teilen sich eure Kinder ein Zimmer? Steht ihr vor dieser Entscheidung?

Alles Liebe,
Tanja

Facebooktwitterpinterest

[Leben] Freitagslieblinge – Babyfüße, Pasta und ein Buchtipp

Ich dachte diese Woche ist es mal wieder an der Zeit, mich den Freitagslieblingen zu widmen. Wie immer, findet ihr die ganze Sammlung bei Anna. Hier sind also meine 5 Freitagslieblinge Mein Lieblingsbuch der Woche…

[Beauty] Favoriten aus der Drogerie

Ich dachte es ist mal wieder an der Zeit für uns Frauen hier auf dem Blog. Heute sind die Kinder mal ganz außen vor und es dreht sich alles um einen schlichten einfachen Look, aus…

[Leben] Plötzlich große Schwester – wenn ein Baby die Familie erweitert

Kürzlich erreichte mich eine Nachricht, ob ich nicht einmal etwas darüber erzählen könnte, wie es war, als die Große zur großen Schwester wurde. Da dieses Thema auch bei uns im Sommer wieder aktuell wird, dachte…

[Leben] Vorschulpubertät, Zahnlückenpubertät oder auch: Hilfe, was ist denn da los?

Ich hielt es tatsächlich für eine Redensart „Wackeln die Zähne, wackelt die Seele“ um dem Kind mal wieder einen Namen zu geben. Aber in den letzten vier Wochen schien es, als sei unser großes Mädchen schier…

[Leben] Schwangerschaftskolumne – der fünfte Monat mit Baby im Bauch

Es ist Zeit für eine neue Schwangerschaftskolumne. Heute möchte ich über den fünften Monat berichten. Wie erging es mir? Plagten mich im vierten Monat noch starke Dehnungsschmerzen, hatte ich im fünften Monat doch deutlich mehr…

[Leben] Blumenkohlsuppe – gesund und lecker

Ich habe neulich eine Blumenkohlsuppe gekocht. Hätte man mir das mal vor 15 Jahren erzählt, hätte ich gelacht und wäre hysterisch weggelaufen. Aber Dinge ändern sind. Und der Suppenkasper in mir kommt immer mehr zum Vorschein….

[Leben] Jeder braucht seinen Platz in der Familie

Neulich saßen wir zu Viert an unserem Tisch im Esszimmer, wo jeder seinen Platz hat. Beim Abendbrot haben wir uns über unseren Tag ausgetauscht. Die Mädchen erzählten vom Kindergarten, was sie dort erlebt haben, mit…

[Leben] Oma und Opa Kuckuck – Die Sache mit der Kuckucksuhr

*PR Sample von Tausendkind Wenn wir bei den Großeltern der Kinder sind, dann entwickelt sich förmlich ein Event daraus, vor dieser großen schweren Holzuhr zu sitzen, aus der regelmäßig der Kuckuck herausschaut. Ich würde vermuten,…

[Leben] Ein eigenes Dorf ist so wichtig – Freunde, Familie.

Ist es nicht so, dass wir alle kleine Dörfer haben, die uns umgeben, für uns da sind und wir für sie? Und das wir angelehnt an die Mehrgenerationenhaushalte von früher unsere eigene, moderne Version davon…